Die Themenvielfalt der Arbeitsmedizin

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00:00:00: Ich bin ja froh, dass so viel los war die letzten Wochen.

00:00:03: Ja, bei uns ist eben einiges in Bewegung und das sieht man auch.

00:00:06: Mit uns meine ich vor allem die Community rund um Arbeits- und Gesundheitsschutz, aber natürlich insbesondere auch die Arbeitsmedizin und unseren Verband, den VdBW, denn im Herbst ist bei uns traditionell die Zeit des deutschen Betriebsärztekongresses.

00:00:21: Wir hatten erst die letzte Folge darüber gesprochen und ich habe wieder meinen Mikrofon mitgenommen und ein paar wertvolle Impulse einsammeln können.

00:00:28: Und dann war ja dann noch Anfang November die A plus A. Und was wir dort gemacht haben, verrate ich euch natürlich auch noch.

00:00:36: Euch, die euch genau dafür interessiert, was passiert und Arbeit auf Gesundheit trifft.

00:00:53: Arbeit trifft Gesundheit.

00:00:54: Der Arbeitsmedizinische Podcast.

00:00:57: Mit Susanne und Lukas.

00:00:58: Heute über die Themenvielfalt der Arbeitsmedizin im Rückblick auf den deutschen Betriebsärztekongress.

00:01:18: Ich bin Lukas und das ist Arbeit, trifft Gesundheit, der arbeitsmedizinische Podcast für Beschäftigte und Arbeitgehende, Führungskräfte, Personalerinnen und und und, eben alle, die sich für gesunde Arbeit interessieren.

00:01:33: Und dazu zählen offenbar auch eine Menge Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, wie ich auf dem einundvierzigsten deutschen Betriebsärzte-Kongress in Rostock herausgefunden habe.

00:01:44: Ich habe mich auf jeden Fall über das viele tolle Feedback gefreut und ich muss ja auch sagen, dass uns so viele Ärztinnen und Ärzte hören, ist für mich und für unsere Arbeit eine tolle Bestätigung und natürlich auch für unsere Anliegen über Arbeitsmedizin zu sprechen.

00:01:57: Aber denkt auch daran, wenn euch der Podcast gefällt, dann teilt ihn.

00:02:02: Wir haben auf unserer Seite www.

00:02:09: und dabei auch beispielsweise Praxistemen wie Eignungsuntersuchungen, Nacht- und Schichtarbeit, arbeitsmedizinische Vorsorge und so weiter besprochen.

00:02:16: Und ich denke, genau diese Folgen eignen sich ganz besonders gut, sie an passender Stelle zu teilen.

00:02:22: Ihr habt auch die Möglichkeit, uns direkt zu schreiben, sendet uns euer Feedback, eure Fragen, eure Ideen an Arbeit.

00:02:29: trifftgesundheit.atvdbw.de.

00:02:32: Arbeit trifft Gesundheit, alles zusammengeschrieben.atvdbw.de.

00:02:37: Aber jetzt zum deutschen Betriebsärztekongress.

00:02:41: Wir haben uns Ende Oktober dazu in Rostock unter dem Motto Grenzen überwinden, Schnittstellen der Arbeitsmedizin getroffen und Ein zentrales Theber war dabei natürlich die sektorenverbindete Versorgung.

00:02:55: Das hatten wir in der letzten Folge auch schon besprochen und in den kommenden Minuten stellen wir das auch noch mal schön anschaulich dar.

00:03:03: Aber so ein regelmäßig stattfindender Kongress ist auch schon deswegen allein notwendig, weil es ja auch immer neue Entwicklungen in der volatilen Arbeitswelt gibt und Einer, der dazu immer wieder das Update Arbeitsmedizin erstellt und vermittelt ist Dr.

00:03:21: Gerd Enderle, den ich während des Kongresses kurz dazu sprechen konnte.

00:03:25: Ich sitze hier mit Dr.

00:03:27: Gerd Enderle, der seit Jahrzehnten im Verband ist und schon seit über drei Zehn Jahren das Update Arbeitsmedizin als Traditionsveranstaltung zu unseren Fortbildungen, zu unseren Kongressen beim VDBW veranstaltet.

00:03:41: Hallo Herr Dr.

00:03:42: Enderle.

00:03:43: Hallo, ich grüße Sie.

00:03:46: Update Arbeitsmedizin ist gewissermaßen schon eine Institution bei uns das Update Arbeitsmedizin.

00:03:51: Was gibt es denn Neues in der Arbeitsmedizin?

00:03:55: Ja tatsächlich findet dieses Kostformat immer viel Interesse.

00:03:59: die betriebsärztlichen

00:04:00: Kolleginnen und Kollegen

00:04:03: wollen und brauchen kompakte gut aufbereitete Informationen und es gibt auch immer wieder Neuigkeiten

00:04:10: selbstverständlich

00:04:11: in den fachlichen

00:04:12: Dingen.

00:04:13: Derzeit könnte man zum Beispiel nennen die Auswirkungen des Klimawandels auf

00:04:18: die Arbeitswelt.

00:04:20: Veränderte Arbeitsbedingungen und Betriebsärzte

00:04:23: wollen da immer aktuell auch dabei sein

00:04:26: bei den neuesten

00:04:27: Entwicklungen.

00:04:29: Also hat man neue Werkzeuge

00:04:32: zur

00:04:32: Gefährdungsermittlung und Beurteilung,

00:04:35: zum Beispiel von Hitzebedingungen

00:04:37: auf Baustellen.

00:04:39: oder bei Gärtnereiarbeiten

00:04:40: und so weiter.

00:04:41: Da könnte man noch viel nennen

00:04:43: zum Thema Klimawandel,

00:04:44: aber nur einiges anzudeuten.

00:04:46: Auch veränderte

00:04:47: Infektionskrankheiten sind da ein Thema.

00:04:50: Da kommen jetzt

00:04:51: neue

00:04:52: Viruskrankheiten voraussichtlich

00:04:54: auf uns zu, wie zum Beispiel Chikungunya

00:04:56: wird auch

00:04:57: voraussichtlich in Europa

00:04:59: ein Thema sein und reisemedizinisch für Fernreisen sowieso.

00:05:03: Und da gibt es auch neue Impfstoffe.

00:05:06: Also es gibt immer eine Fülle von neuen Themen.

00:05:08: und es bleibt immer spannend.

00:05:10: Vielen Dank, Herr Dr.

00:05:11: Enderle.

00:05:12: Also alles in Bewegung, immer Veränderung, gerade in der Arbeitswelt zeigt sich das ganz besonders gut.

00:05:18: Da gibt es eigentlich immer drei Dimensionen, die man sich vergegenwärtigen sollte und Dr.

00:05:23: Enderle hat eine Dimension angesprochen, den klimatischen Wandel.

00:05:27: Dazu kommt natürlich der technologische Wandel und auch der gesellschaftliche Wandel.

00:05:33: Ja, letzterer erlaubt es uns, wie zum Beispiel aktuell mit Bundesministerin Nina Wagen über das Thema Menopause zu sprechen.

00:05:41: Einer Expertin zu diesem Thema ist Dr.

00:05:43: Claudia Bart-Helmes, Mitglied im VdBW und Sprecherin der relativ neuen Arbeitsgruppe Lebensphasen und gender-sensibler Arbeitsmedizin.

00:05:53: Ich stehe jetzt hier mit Frau Dr.

00:05:54: Claudia Bart-Helmes, Fachärztin für Arbeitsmedizin tätig in München.

00:06:00: Und sie ist seit diesem Jahr die Leiterin der Arbeitsgruppe Lebensphasen und gender-sensibler Arbeitsmedizin, die sie also beim VDBW, beim Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte mitgegründet hat.

00:06:12: Hallo Frau Dr.

00:06:13: Bartelmes.

00:06:14: Ja, schön.

00:06:15: Guten Morgen.

00:06:16: Sie haben ja maßgeblich die AG, die Arbeitsgruppe, initiiert.

00:06:21: Warum brauchen wir diese Arbeitsgruppe bei uns im Verband?

00:06:24: Es ist ja so, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind.

00:06:27: Das beginnt bei den Chromosomen, also bei X und Y. Da ist ein Unterschied, also bei den Genen.

00:06:33: Und das wirkt sich zum Beispiel dann darin aus, dass bei Frauen das Immunsystem aktiver ist als bei Männern.

00:06:40: Das hat dann zur Folge, dass Frauen häufiger an Autoimmunerkrankungen erkranken oder zum Beispiel bei Impfungen mehr Nebenwirkungen haben.

00:06:49: Was dann zum Beispiel Zukunft dazu führen könnte, dass man sagt, vielleicht brauchen Frauen eine geringere Impfdose ist.

00:06:55: Es ist aber auch bei den Hormonen so, dass die Männer ja das Testosteron vor allem haben, die Frauen das Oestrogen.

00:07:00: Und das Oestrogen führt dazu, dass die Frauen ein geringeres Herzinfarktrisiko

00:07:05: haben.

00:07:06: Aber wenn dann dieses Oestrogen in den Wechseljahren sinkt, dann steigt damit für Frauen dieses Herzinfarktrisiko massiv an und das wissen manche dann eben auch nicht.

00:07:16: Und es kommt dann eben nach dieser Phase gehäuft bei Frauen auch eben zu Herzinfarkten.

00:07:22: Dann ist es auch so, dass die Symptome unterschiedlich sind, wenn wir jetzt bei den Herzinfarkten bleiben.

00:07:27: Es ist so, dass bei Frauen die Symptome eines Herzinfarkts sich äußern können, zum Beispiel in einem akuten Leistungsknick mit Atemnot, mit Atembeschwerden oder auch indem sie Übelkeit bekommen.

00:07:42: Und wenn das einfach nicht bekannt ist, dass diese Symptome auch typische Herzinfarkt Symptome bei einer Frau sein können, dann kann es dazu führen, dass eben Frauen nicht oder zu spät in ein Krankenhaus kommen und dann eben auch zu spät da Diagnostik und Therapie bekommen und dann eben häufiger versterben, so wie das eben auch der Fall ist.

00:07:58: Dann ist es so, dass das, was viele kennen, dass die Frauen ja weniger Muskeln haben.

00:08:03: In der Arbeitsmedizin wird das auch berücksichtigt und Arbeits- und Gesundheitsschutz.

00:08:07: Dass Frauen zum Beispiel, wenn sie Lasten handhaben müssen, so nennen wir das in der Arbeitsmedizin, also Heben und Tragen müssen, dass da andere Grenzwerte gelten, also niedrigere Grenzwerte für Frauen.

00:08:19: Das heißt insgesamt, es gibt eben unterschiedliche Bedürfnisse zwischen Männern und Frauen.

00:08:23: Das sollten eben Ärzte kennen, um damit adäquat umgehen zu können.

00:08:28: Und das gilt genauso eben auch für die Betriebsärzte.

00:08:32: Und darum versucht unsere Arbeitsgruppe da diese Informationen dann bereitzustellen, damit dann eben auch die Betriebsärzte wissen, wo das für ihr Handlungsfeld relevant ist.

00:08:43: Das erste Themenfeld, das sich unsere AG vorgenommen hat, das sind die Wechseljahre, weil da im Moment einfach ein großer Informationsbedarf ist und sich eben auch so darstellt, dass wenn eine Frau durch die Wechseljahre beschwerden hat, dass das vor allem am Arbeitsplatz zu Problemen führt, wenn dort die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz dazu nicht passen.

00:09:07: Ich will Ihnen das an einem Beispiel erläutern.

00:09:10: Wenn eine Frau zu Beginn der Wechseljahre, was immer wieder eben auch auftritt, Eine massive Periodenblutung bekommt, also wenn sie ihre Tage bekommt, dass das dann sehr, sehr massiv ist, diese Periodenblutung durch den Abfall des Progesterons und einen erhöhten Oestrogenspiegel.

00:09:29: Die meisten glauben ja immer, in den Wechseljahren fällt vor allem das Oestrogen ab.

00:09:33: Aber gerade zu Beginn ist es eben so, dass es genau umgekehrt sein kann, dass die Oestrogenspiegel erhöht sind und das Progesteron zu niedrig ist.

00:09:40: Und das kann eben zu massivsten Periodenblutungen führen.

00:09:43: Und diesen halt zum Beispiel dann vor allem relevant am Arbeitsplatz, wenn eine Frau draußen arbeitet, also in einer Gartenanlage als Gärtnerin oder als Polizistin auf der Straße und dort keine Toilette in unmittelbarer Reichweite hat.

00:09:57: Dann ist es so, dass wenn eine Frau einfach da in dieser Situation hilflos ist, dass sie dann an solchen Tagen sich vielleicht krank schreiben lässt, wenn sie keine Möglichkeit bekommt, an solchen Tagen im Innendienst zu arbeiten oder eventuell im Homeoffice.

00:10:11: Das heißt, es führt am Arbeitsplatz dann zum Beispiel eben zu AU-Zeiten, vielleicht, dass Frauen auch sogar die Arbeitszeit insgesamt reduzieren, dass sie dann vielleicht in das betriebliche Eingliederungsmanagement durch diese ARU-Zeiten, also durch diese Arbeitsunfähigkeits-Tage kommen, wenn sie in eine gewisse Schwelle überschritten haben.

00:10:30: Und das ist eben ja unser Ziel als Betriebsärzte, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, sowas zu verhindern.

00:10:36: Das heißt, wenn wir als Betriebsärzte da frühzeitig nachfragen, zum Beispiel in diesen sogenannten arbeitsmedizinischen Vorsorgen, wie eben die Frau da aufgestellt ist, sozusagen, ob sie da Beschwerden hat, ob bei ihr Wechseljahre ein Thema sind, ob sie Verbesserungswünsche für den Arbeitsplatz hat, dann können wir da eben schon frühzeitig, bevor vielleicht dann eben diese Arbeitsunfähigkeits-Tage auflaufen oder diese Beschwerden am Arbeitsplatz ein massives Ausmaß annehmen, da eben die richtigen Weichen stellen, dass das eben verhindert werden kann.

00:11:13: Wir können eben auch als Betriebsärzte informieren, die Frauen selber wenn sie eben Beschwerden haben, aber auch die Arbeitgeber, dass eben gute Lösungen gefunden werden, entweder für die gesamte Belegschaft oder für die einzelne Frau, damit es eben zu dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit und dem Erhalt der Gesundheit führt.

00:11:32: Und dazu müssen halt Ärzte und Betriebsärzte genug darüber wissen, über die Beschwerden und über die Lösungsmöglichkeiten.

00:11:40: Und das ist eben das Ziel unserer AG, dass wir versuchen wollen, Flächendeckenderinformationen, an Betriebsärzte heranzubringen, entweder indem wir in Kongressen drüber informieren oder in der Fachärztlichen Weiterbildung.

00:11:53: Oder wir haben jetzt auch aktuell zwei Flyer erstellt, hier sozusagen passend zum Kongress dann, dass wir die auch hier verteilen können.

00:12:02: Einen speziell für Betriebsärzte, wo wir versuchen, die wichtigsten Informationen nochmal zusammenzufassen, aber auch für Arbeitgeber und Führungskräfte, dass auch die wissen, wie sie mit dem Thema gut umgehen können und wo auch ganz viele Links und weiteren Informationsquellen stehen, wo man sich vertiefend damit beschäftigen kann.

00:12:22: Vielen Dank für die interessanten Einblicke.

00:12:24: Herzlichen Dank fürs Interview.

00:12:26: Das war wirklich ein kompakter und fantastischer Überblick über dieses Thema, das Frau Dr.

00:12:31: Bartel missiert.

00:12:32: uns vorgestellt hat.

00:12:34: und auch die Flyer sowie die AG habe ich euch in der Episodenbeschreibung verlinkt, weil das ist wirklich hilfreich, was die AG da schon jetzt auf die Beine gestellt hat.

00:12:46: Ja, und die angesprochenen Beispiele zeigen natürlich auch, was es denn tatsächlich bringt präventiv tätig zu sein.

00:12:52: Wir unterscheiden ja traditionell zwischen Primärprävention, Sekundärprävention und Terziaprävention.

00:12:59: Und da Susanne jetzt ja nicht hier ist, darf ich das mal ganz leinhaft zusammenfassen.

00:13:03: Also Primärprävention bedeutet sozusagen Erkrankungen zu verhindern, bevor sie überhaupt eintreten.

00:13:10: Sekundärprävention kann man vielleicht so zusammenfassen, dass man möglichst früh solche Erkrankungen erkennt, falls sie denn eintreten, um dann aktiv werden zu können.

00:13:21: Und Terziaprävention kommt eigentlich dann zum Einsatz, wenn das Kind praktisch schon mal in den Brunnen hineingefallen ist, also wenn es schon eine Erkrankung gibt.

00:13:30: Aber auch dann gilt es eben, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern möglichst zu versuchen, den Gesundheitszustand wiederherzustellen, Verschlechterungen zu vermeiden oder eben die Vollgeschäden einer bereits eingetretenen Erkrankung zu verzögern, zu begrenzen oder ganz zu verhindern.

00:13:46: In der Praxis findet man die Terziaprävention beispielsweise im betrieblichen Eingliederungsmanagement wieder.

00:13:52: Das sogenannte BAM kommt dann zum Einsatz, wenn Beschäftigte nach längerer Erkrankung wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren.

00:14:01: Dann kann es sein, dass sie eine Leistungswandlung unterlegen, also vielleicht nicht mehr die Arbeit so ausführen können wie vor der Erkrankung.

00:14:09: Aber das heißt natürlich nicht, dass sie gar nicht arbeiten können oder wollen, sondern dass man eben hier neue Lösungen finden muss.

00:14:17: Möglicherweise angepasste Arbeitsplätze oder... andere Tätigkeiten.

00:14:21: Das ist immer mit relativ viel Aufwand für die Beschäftigten, aber vor allen Dingen natürlich auch für die Unternehmen verbunden.

00:14:28: Und um hier gute Lösungen zu finden, braucht man Informationen.

00:14:33: Wie man hier nicht mehr im Trüben fischen muss, erklären uns Herr Peters und Dr.

00:14:37: Alles.

00:14:38: So, wir sind jetzt am Freitag Nachmittag nach dem letzten Block betriebliches Gesundheitsmanagement.

00:14:43: Das hat auch mit Arbeitsmedizin zu tun.

00:14:46: Und ich stehe hier mit Frau Dr.

00:14:48: Karin Ludwig, unsere Landesvorsitzende des VdBW von Mecklenburg-Vorpommern, gewissermaßen fast unsere Gastgeberinnen hier für den Kongress, die uns sehr, sehr stark unterstützt hat.

00:14:58: Unter anderem mit den Exkursionen, aber auch mit dem ein oder anderen Beitrag wie heute von Dr.

00:15:04: Alles und Herrn Peters.

00:15:06: Karin, wie bist du denn überhaupt auf diese Idee gekommen?

00:15:10: Ganz einfach.

00:15:11: Wir haben im Herbst letzten Jahres ein Modellprojekt bei Liebherr gestartet, wo quasi Marc als BEM-Verantwortlicher von Liebherr die Idee hatte, dass wir das ganze BEM-Verfahren, die Wiedereingliederung, Leistungsgeminder, der Mitarbeiter ganz anders aufziehen müssen.

00:15:28: Also hat er sich so, wie er ist, ganz doll informiert und kam also auf Thorsten alles, so dass wir dann quasi das ist ein Pilotprojekt gab, an dem ich dann auch ein bisschen beteiligt war.

00:15:40: Und das hat mich einfach so beeindruckt, mich als Betriebsärztin mit dem, was ich dann noch lernen muss und zu tun habe überhaupt, das ist ja für mich auch

00:15:48: völlig neu zum Teil,

00:15:50: dass ich gedacht habe, das ist was, was man unbedingt hier vorstellen sollte.

00:15:53: Ja, vielen Dank.

00:15:54: Also, BEM-Verfahren, holen wir uns nochmal ganz kurz ab.

00:15:59: Wann kommt das zum Einsatz?

00:16:00: Wann braucht man das?

00:16:01: Das gehen wir direkt mal an Herrn Peters.

00:16:03: Es ist im SGB IX geregelt, Paragraph Hundertsechzig Absatz zwei.

00:16:07: Das heißt immer, wenn Beschäftigte länger als dreißig Tage in den letzten zwölf Monaten erkranken.

00:16:12: Das kann am Stück sein, das kann aber auch in einzelnen Episoden sein.

00:16:15: Dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, erst mal grundsätzlich ein BAM-Angebot zu unterbreiten.

00:16:19: Für die Beschäftigten ist es ein freiwilliges Angebot, was sie annehmen können und dann geht es sozusagen in die Gesprächsaufnahme, die Situationsanalyse und dann schaut man, wo hakt es.

00:16:29: Wo gibt es Probleme?

00:16:30: Gibt es eine Leistungswandelung, die zum Problem wird am bestehenden Arbeitsplatz?

00:16:33: Wo kann man unterstützen?

00:16:34: Wie kann man helfen?

00:16:36: Also ich halte fest, jemand ist roundabout mindestens dreißig Tage krank so im Jahr und dann setzen Sie an.

00:16:45: Was ist der Ansatz?

00:16:46: Wie geht es los?

00:16:47: Wie geht es weiter?

00:16:49: Ja, ein wesentlicher Bestandteil vom betrieblichen Eingliederungsmanagement ist dann die Situation zu klären.

00:16:55: Klären heißt an der Stelle zu prüfen.

00:16:58: ob gegebenenfalls die Arbeitssituation auch etwas mit der eingeschränkten Gesundheitssituation zu tun hat.

00:17:04: Und an dieser Stelle wird häufig im Trübengeficht und wir vom Institut für Qualitätssicherung, Prävention und Rehabilitation beschäftigen uns seit Jahren damit, wie kann man praxisnahe Instrumente gestalten, um eben Personen, die für die Integration von leistungsgewandelten erkrankten Mitarbeitern in die Rückkehr an die Arbeit, wie man dort unterstützen kann.

00:17:30: Und so sind wir dann zusammengekommen, um unser Verfahren mit dem kurzen Namen Imbar bei Liebherr erproben zu dürfen, um eben die Mitarbeiter, die dort krankheitsbedingt häufiger ausfallen, doch nach Möglichkeit wieder voll produktiv in den Prozess zurückzubekommen.

00:17:52: Was sind die Erwartungen jetzt mit dieser Pilotphase, die jetzt startet, Herr Peters?

00:17:57: Also die Hoffnung ist natürlich ob objektivere Ansatzpunkte zu haben, gerade bei der Ermittlung der kritischen Anforderungen.

00:18:05: in Abgleich mit den Fähigkeiten der Beschäftigten und damit dann letztendlich auch auf Führungskräfte auf andere Bereiche zuzugehen und zu prüfen, ob ein möglicher Arbeitseinsatz, ein Arbeitsplatzwechsel dort möglich ist.

00:18:17: Das war in der Vergangenheit auch immer das Problem.

00:18:19: Es gab so einzelne Abteilungen.

00:18:21: Das waren dann so die versärten Abteilungen.

00:18:23: Und da müssen wir wegkommen.

00:18:25: Wir müssen eigentlich gucken, wo haben wir im gesamten Betrieb, im gesamten Werk, Möglichkeiten, Menschen mit Beeinträchtigungen.

00:18:31: unterzubekommen, weil nicht an jedem Arbeitsplatz jede Beeinträchtigung zum Problem wird und das ist sozusagen dann die Schnittstelle zu dem Immerverfahren und nachgelagert dann entsprechend mit Training und Therapie, dann gleichzeitig auch noch so Versorgungslücken zu schließen, die wir hier haben im Gesundheitssystem generell, also wie schnell bekommt jemanden Physiotherapie Termin, wie schnell liegen uns Reher Abschlussberichte vor, dort dann sozusagen in der ganzheitlichen Betrachtung einfach schneller zu werden.

00:18:55: und dann auch insbesondere unter Kenntnis der Arbeitsplatzanforderungen für die Therapeuten, für die Betriebsärztinnen, für uns im BEM-Prozess insgesamt natürlich zielgenauer dann auch Maßnahmen ableiten zu können.

00:19:06: Dr.

00:19:06: Alles, Sie haben vorhin den Profilvergleich zentral gestellt zwischen Anforderungs- und Fähigkeitsprofil.

00:19:13: Was ist denn das Fähigkeitsprofil genau?

00:19:16: Ein Fähigkeitsprofil ist im Endeffekt eine systematische Dokumentation nach einem einheitlichen Standard.

00:19:24: der Leistungsfähigkeiten einer Person eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin und zwar über alle Aspekte, die die Arbeit tangieren.

00:19:32: Da gehören körperliche Aspekte dazu, da gehören Umgebungsaspekte dazu, gehören aber auch vor allem Aspekte des kognitiven und sozialen Umgangs im Arbeitsumfeld dazu.

00:19:41: Und die hohe Kunst besteht darin,

00:19:43: diese

00:19:44: Fähigkeiten der Person valide, sage ich mal, also gültig einzuschätzen.

00:19:50: Und da gibt es mittlerweile Testinstrumente für die dann auch über die klassisch medizinische Untersuchung, die die Betriebsärzte vornehmen, hinausgehen.

00:20:01: Und eine der ganz wesentlichen Komponenten im körperlichen Bereich ist die Functional Capacity Evaluation.

00:20:08: Ist auch kein neues Verfahren, aber neu in der Betriebsmedizin, wodurch Simulation der Arbeitsvorgänge im Labor durch spezifisch geschultes Personal objektiv releabel, valide, eingeschätzt werden kann, wie tatsächlich die körperliche, arbeitsbezogene Leistungsfähigkeit von Personen ist.

00:20:28: Darüber hinaus gibt es auch solche Verfahren für den psychokognitivsozialen Bereich, sodass wir die Einschätzung des Betriebsmediziners ergänzen, um diese Information, um das Gesamturteil deutlich passgenauer auf die Realität zuzuschneiden.

00:20:45: Und für

00:20:45: mich als Betriebsärztin heißt es, das habe ich eingangs schon gesagt, Ich muss ganz viel Neues dazulernen, damit wir am Ende also alle Dinge gut zusammenbringen.

00:20:54: Vor allem mit der Kenntnis

00:20:55: der Mitarbeitenden

00:20:56: in dem Betrieb,

00:20:59: mit der langjährigen Begleitung der Mitarbeitenden.

00:21:01: Also es muss dann einfach alles so werden, dass es gut zusammenpresst.

00:21:05: So dass ich auch, wie gesagt, in ganz viele neue Dinge einsteigen muss.

00:21:09: Vielen herzlichen Dank.

00:21:11: Ja, also ich finde ja der Profilabgleich und der gesamte BEM-Prozess sind ein gutes Beispiel für die konstruktive Zusammenarbeit, wenn es eben darum geht, Arbeit gut und gesundheitsförderlich zu organisieren.

00:21:24: Und ich finde, das demonstriert auch schon mal sehr schön, welchen Anteil eigentlich Arbeitgebende für die Prävention in Deutschland leist.

00:21:31: Und es zeigt natürlich auch, dass der Arbeitsplatz, die Arbeitswelt der Ort ist, wo Prävention wirklich in großem Maßstab möglich ist.

00:21:42: Zum Beispiel beim Thema Hypertonie.

00:21:45: Ja, ich sitze hier beim einundvierzigsten deutschen Betriebsärztekongress gerade im Foyer mit Professor Dr.

00:21:51: van der Giet.

00:21:52: Das ist der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga.

00:21:57: Und Sie arbeiten in der Charité, oder?

00:21:59: Ja, ganz genau.

00:22:00: Ich arbeite in der Charité in Berlin.

00:22:01: Ich bin dort zuständig für die ambulanten Strukturen der Nierenhaltkunde und des Bluthochdrucks und gleichzeitig eben auch der Vorsitzende der deutschen Hochdruckliga.

00:22:12: Die Deutsche Hochdruckliga ist einer unserer Partner, einer der Partner des VDBW.

00:22:17: Wir haben eine Kooperation gestartet, weil das Thema Hypertonie, was würden Sie sagen in Ihren Worten, warum haben wir diese Kooperation eigentlich gemacht?

00:22:25: Wir haben die Kooperation deswegen durchgeführt, weil wir festgestellt haben, dass Bluthochdruck bei vielen Patienten, gerade wenn es entsteht, im viertzigsten, fünftzigsten Lebensjahr nicht erkannt wird.

00:22:36: Und dann später mit Sechzig oder Siebzig, wenn man Pech hat, durch den Hochdruck Schäden entstehen, wie Schlachanfälle und Herzinfarkte.

00:22:43: Und leider tut Hochdruck nicht weh.

00:22:45: Keine Schmerzen.

00:22:46: Man merkt es nicht.

00:22:47: Ganz selten haben Patienten mal Kopfschmerzen, aber man schiebt es auf alles nur möglicherweise nicht auf den Hochdruck.

00:22:53: Und gerade im Arbeitsalltag kann man natürlich ganz gezielt über Messungen auch durch die Betriebsmedizin, hat man eine Chance, frühzeitig Blutdruck zu erkennen.

00:23:02: Und was wir dann für eine Möglichkeit haben, auch so früh zu interminieren durch Allgemeinmaßnahmen, einer Prävention oder vielleicht auch Medikamente, die dann über Hausärzte oder hausärztliche Kolleginnen und Kollegen vergeben werden, wird in Hochdruck so einstellen, dass später hinaus nichts passiert.

00:23:18: Vielen Dank übrigens für Ihre tatkräftige Unterstützung hier für den deutschen Betriebsärztekongress.

00:23:22: Sie haben uns beim Pressegespräch gestern mit unterstützt.

00:23:25: Wir haben Sie auf der Podiumsdiskussion gesehen, wo es gerade um die Prävention großer Volkskrankheiten ging und Sie halten heute noch einen Vortrag bei uns.

00:23:35: Ja, ganz genau.

00:23:36: Wir tun das unheimlich gerne, weil das Anliegen, man darf nicht vergessen, es gibt dreißig Millionen Menschen in Deutschland, die sind vom Bluthochdruck betroffen.

00:23:43: Ungefähr zehn Millionen wissen noch nicht mal etwas davon.

00:23:47: Und das produziert nicht nur gigantische Schäden irgendwann mal heraus.

00:23:51: Und wenn wir frühzeitig erkennen, haben wir eine Chance, wirklich den Patienten zu helfen und auch nachhaltig Kosten zu senken.

00:23:58: In unserem Gesundheitssystem steht ja mit dem Rücken an der Wand, gerade in der Reparatormedizin und die Prävention ist ein ideales Anliegen.

00:24:04: Und das ist die besondere Verknüpfung, die wir auch mit der Betriebsmedizin machen können.

00:24:08: Weil dort ist ja echte Prävention auch möglich.

00:24:11: Dann sage ich herzlichen Dank für Ihre Zeit, Herr Prof.

00:24:14: Vandagiet und wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung mit Ihnen.

00:24:19: Sehr gerne, ich mich auch.

00:24:20: Prof.

00:24:21: Markus Vandagiet hat das wirklich gut auf den Punkt gebracht.

00:24:24: In der Arbeitsmedizin, in der Arbeitswelt ist Prävention im großen Maßstab möglich.

00:24:31: nachhaltigen Effekten für die Gesellschaft.

00:24:34: Das gilt nicht nur für Bluthochdruck, also Hypertonie, sondern natürlich auch bei dem großen Thema Krebs.

00:24:42: Ich stehe hier mit Dr.

00:24:44: Ulrike Helbig, das ist die Leiterin des Berliner Büros der Deutschen Krebshilfestüftung.

00:24:50: Sie ist Chirurgin und Psycho-Onkologin und hat schon bereits verschiedene geschäftsführende Funktionen inne gehabt.

00:24:56: Und jetzt hier zum Deutschen Betriebsärzte-Kongress auch aufgrund unserer langjährigen traditionellen Partnerschaft mit der Deutschen Krebshilfe.

00:25:04: Guten Tag!

00:25:06: Ganz herzlichen Dank für die nette Introduktion.

00:25:08: Guten Tag.

00:25:09: Ich freue mich sehr, dass wir hier im Gespräch sind und auch insgesamt hier zu sein.

00:25:13: Wir haben schon eine lange Partnerschaft mit dem VDBW, mit den betriebsen Werksärzten, schon seit dem Jahr zwei Tausend vier, und haben seitdem sechszehn Veranstaltungen gemeinsam gemacht, also auch während der Corona-Pandemie dann virtuell diese Partnerschaften, diesen Austausch aufrecht erhalten.

00:25:32: Man muss dazu wissen, dass es für uns ganz wichtig ist, dieses Thema immer wieder zu adressieren, weil wir auf jährliche neue Erkrankungsraten von fivehundertzwanzigtausend blicken.

00:25:44: Wir können einen relativ hohen Anteil inzwischen auch heilen, bis zu sechzig Prozent, aber es bedeutet, dass nach wie vor ungefähr vierzig Prozent nicht heilbar sind.

00:25:53: Wir sind in der Lage, schon auch diese Erkrankung oder die Lebenszeit mit Krebs zu verlängern.

00:25:59: Aber natürlich steht damit auch im Raum, dass Prävention und Früherkennung das Allerbeste ist.

00:26:04: Das heißt, wenn wir früh erkennen können, können wir natürlich viel besser therapieren.

00:26:08: Und vor allen Dingen, wenn man vermeiden kann, ist das das Allerbeste, das, was wir alle wollen, wofür wir auch stehen.

00:26:15: Und gerade deswegen sind wir über diesen Austausch mit dem VdBW so dankbar, weil wir In diese Lebenswelt der arbeitenden Menschen, Menschen werden immer jünger bei einer Kinderkrankung.

00:26:26: Das heißt, es betrifft auch immer mehr Menschen aber Arbeitsplatz.

00:26:29: Tatsächlich dort direkt hingehen können und... berichten können, informieren können, wie man am besten A mit der Erkrankung am Arbeitsplatz umgehen kann und auch B über die Betriebs- und Werksärzte wichtige Themen wie die Primärprävention adressieren können, Lebensstilfaktoren adressieren können, weil die Betriebs- und Werksärzte natürlich direkt vor Ort sind und Gesprächspartner sind für Menschen am Arbeitsplatz etwas dazu sagen können und eben auch tatsächlich informieren können zu Früherkennungsmöglichkeiten.

00:27:01: Das heißt, es ist also wunderbar, diesen Austausch mit ihnen zu haben und wir hoffen auch, dass wir das in Zukunft weiter gut gestalten können, weil sie sehen, der Niedt ist nach wie vor da.

00:27:11: Vielen Dank.

00:27:11: Also das Symposium der Deutschen Krebshilfe ist ja wirklich schon ein fester Bestandteil unseres Kongresses, auch dieses Jahr wieder.

00:27:18: Worum geht es denn dieses Jahr konkret?

00:27:21: Dieses Jahr haben wir uns das Thema vorgenommen, tatsächlich zurück an den Arbeitsplatz mit Krebs.

00:27:27: zu gehen und das zu diskutieren.

00:27:30: Wir schauen uns die Zahlen an, wie viele Menschen das betrifft.

00:27:32: Wie gesagt, immer mehr jüngere Menschen sind betroffen.

00:27:36: Die Krankheit wird zum Glück ja chronifizierbarer.

00:27:39: Man lebt länger mit dieser Erkrankung, aber es bedeutet auch was.

00:27:43: In dem jeweiligen therapeutischen Setting haben wir mit verschiedenen Belastungen zu tun.

00:27:47: Fatigue ist die bekannteste, aber natürlich auch andere Situationen.

00:27:51: Es bedeutet, Menschen zu unterstützen, tatsächlich in ihrer Arbeitssituation.

00:27:56: entgegenzukommen oder die auch erfüllen zu können, gleichzeitig aber eben auch diese gesundheitliche Situation adressieren zu können.

00:28:03: Das ist heute Thema, also wir werden auch eben die verschiedenen Tumorentitäten mit therapeutischen Anwendungen oder therapeutischen.

00:28:12: Zielgrößen adressieren, was es bedeutet, auch über die Zeit hinweg.

00:28:16: Manche sind ja nicht nur Kurzzeit, sondern eben Langzeit-Therapien.

00:28:22: Wir werden uns auch anschauen, welche Möglichkeiten das Arbeitssetting bietet, dem eben auch nachzukommen, also durchaus ein bisschen gesetzgeberisch schauen, aber auch so ganz praktisch am Arbeitsplatz.

00:28:34: Vielen Dank, Frau Dr.

00:28:35: Helbig.

00:28:36: Vielen Dank auch Ihnen.

00:28:38: Gerade dieses Beispiel zeigt wirklich eindrucksvoll, welches Potenzial in der Prävention, in der Arbeitswelt mit der Arbeitsmedizin vorhanden ist und dass wir es eigentlich noch viel mehr ausschöpfen müssen.

00:28:50: Das ist ja ein Grund dafür, warum wir uns diesem Thema sektorenverbindende Versorgung so intensiv widmen, auch mit unserer neu geschaffenen Kooperation, die Arbeitsmedizin.

00:29:04: Die haben wir bei uns auf dem Kongress auch in den Mittelpunkt gestellt.

00:29:07: zur Eröffnung, vorgestellt von Professor Thomas Kraus.

00:29:11: Das ist der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, wir sagen kurz D-Gaum.

00:29:18: Und mit dem Geschäftsführer Dr.

00:29:20: Thomas Nessler habe ich sowohl zum Kongress über das Thema gesprochen, aber wir waren auch gemeinsam mit unserem Stand Unser erster gemeinsamer öffentlicher Auftritt sozusagen auf der A plus A, der internationalen Fachmesse und im Kongress für sichere und gesunde Arbeit in Düsseldorf.

00:29:39: Also wirklich eine riesige Veranstaltung mit ja, siebenundsechzigtausend Besuchern, zweihundertvierzig Ausstellern aus siebzig Ländern.

00:29:51: Und auch wir hatten da unseren eigenen Stand.

00:29:54: Die Arbeitsmedizin, die Kooperation von VDBW.

00:29:57: DGEOM und dem BSAFB.

00:30:01: Genau über diese Kooperation habe ich noch mal mit Dr.

00:30:04: Thomas Nessler gesprochen.

00:30:06: Also wir stehen jetzt auf der A plus A mit unserem Stand die Arbeitsmedizin.

00:30:11: Wir, jetzt gerade, sind das Dr.

00:30:13: Thomas Nessler von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin und ich, Lukas.

00:30:18: Und wir stehen hier mit dem Stand die Arbeitsmedizin.

00:30:23: Was hat's mit... Die Arbeitsmedizin?

00:30:26: Aufsicht, Thomas.

00:30:27: Die Arbeitsmedizin ist eine Kooperation der Berufsverbände, BSAFB und VDBW mit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft DGAOM.

00:30:37: Wir haben uns deswegen vor über einem Jahr entschlossen, diese Kooperation einzugehen, weil wir gesehen haben, dass die Arbeitsmedizin eine starke Stimme in der Außenwelt braucht.

00:30:50: Im politischen Raum genauso wie in der Selbstverwaltung Aber auch dort, wo es darum geht, die Interessen der Arbeitsmedizin gegenüber den Unfallversicherungsträgern und den Begehren zu vertreten.

00:31:01: Es geht um die Frage, welche arbeitsmedizinische Versorgung wollen wir für die Zukunft haben.

00:31:09: Wir sehen Demografie, Kostendruck im Gesundheitswesen, dass sich vieles verändert.

00:31:15: Und die Arbeitsmedizin muss Antworten darauf finden.

00:31:20: Wenn Beschäftigte älter werden, Wenn die Frage im Raum steht, wie kann ich Beschäftigungsfähigkeit erhalten, dann ist das genuin ein medizinisches Thema und damit auch ein unmittelbar natürlich ein Thema, das die Arbeitsmedizin angeht.

00:31:36: Weil die Arbeitsmedizin, die Betriebsärzte und Betriebsärzte kennen die Beschäftigten in den Betrieben.

00:31:44: Sie beraten die Arbeitgebenden.

00:31:46: Und in diesen veränderten Rahmenbedingungen braucht es eine gute Betreuung und Beratung und auch Versorgung.

00:31:54: Etwa bei den arbeitsmedizinischen Vorsorgen und weiter darüber hinaus.

00:31:59: Du hast gerade schon von der Stimme der Arbeitsmedizin gesprochen.

00:32:03: Wozu möchten wir diese Stimme einsetzen?

00:32:06: Was sind die Botschaften?

00:32:08: Die Botschaft der Arbeitsmedizin ist, betriebliche Präventionen und Gesundheitsförderung lohnt sich.

00:32:15: Weil es besser ist, vorzubeugen als zu heilen.

00:32:20: Und das wird, glaube ich, in unserem Gesundheitssystem generell viel zu wenig berücksichtigt.

00:32:27: Ja, lass uns das vielleicht konkretisieren.

00:32:28: Für wen lohnt sich das denn ganz konkret?

00:32:32: Es ist Prävention lohnt sich sowohl für die Arbeitgebenden als auch für die Arbeitnehmenden.

00:32:38: Ich sage nur mal das Stichwort AU-Tage, die hoch sind.

00:32:42: Also Arbeitsunfähigkeit, Krankenschein sozusagen, oder?

00:32:46: Ja,

00:32:46: ganz genau.

00:32:47: Ja, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, resilient zu sein, motiviert zu sein am Arbeitsplatz, sich zu engagieren, auch über das, was jeder nach dem Vertrag, nach dem Arbeitsvertrag erbringen muss.

00:33:02: Dieses Engagement zu erhalten, dafür ist, glaube ich, Betriebliche Prävention, Gesundheitsförderung auch ein, wie man so schön heute sagt, Incentiv.

00:33:12: Und da müssen wir einfach nacharbeiten.

00:33:15: Wir wissen, wo wir besonders nacharbeiten müssen bei den kleinen und mittleren Unternehmen.

00:33:21: Die Großen sind meistens relativ gut aufgestellt, aber gerade in diesem Bereich braucht es mehr Arbeit, mehr Versorgung und Betriebsärztinnen und Betriebsärzte können das.

00:33:34: Ja, also meinem Verständnis nach hat im Grunde jeder ein individuelles Interesse an seiner eigenen Gesundheit, die zu erhalten, die zu fördern, dort vorzusorgen, dass man dann später Vielleicht weniger Leidensdruck hat, zumindest wenn man ihn vermeiden kann.

00:33:49: Für den Arbeitgeber stelle ich mir vor, resiliente Belegschaften, motivierte Mitarbeiter sind ein Wettbewerbsvorteil.

00:33:56: Aber ich würde sagen, es hat auch gesellschaftliche Auswirkungen, oder?

00:34:00: Wie siehst du das?

00:34:02: Die arbeitsmännische Versorgung hat natürlich gesamtgesellschaftliche Implikationen, weil Gesundheit unteilbar ist und weil am Ende unser Gesundheitssystem auch unteilbar ist.

00:34:14: Wir bewegen uns alle, das dürfen wir nicht vergessen, in einem Gesundheitssystem.

00:34:19: Das beginnt am Arbeitsplatz, es beginnt zu Hause in der Familie, es geht weiter in der Schule und wir brauchen Strukturen, die integrativ Prävention denken und auch in der Versorgung organisieren lässt.

00:34:34: Das ist der Zukunftsaufgabe.

00:34:36: Wenn wir heute die Diskussion politisch verfolgen über ein Primär Arztsystem.

00:34:45: Da müssen wir doch fragen, vor den Gegebenheiten, dass Elftausend Hausärzte ausschalten bis zu einem Versorgungssystem.

00:34:55: Wie können wir ein Versorgungssystem organisieren, in dem die Arbeitsmedizin etwas einbringt, was ohnehin schon gemacht wird?

00:35:04: Beispiel Herz-Reißlaufuntersuchung sind Bestandtheit Arbeitsmedizinischer Vorsorge auf.

00:35:09: Diese sollten eingebracht werden in ein System, das dann entsprechende Anschlussstellen von der Prävention zur Roation oder auch zur Rehabilitation hat.

00:35:20: Diese Botschaften, die wir jetzt mal kurz angeschnitten haben, wo finde ich die denn im Internet?

00:35:25: Die Kooperation ist nach außen hin sichtbar.

00:35:28: Die Arbeitsmedizin ist sichtbar auf einer Website.

00:35:32: Die minus Arbeitsmedizin Und dort finden wir alle Informationen.

00:35:39: Hier finden wir die Kernbotschaften der Arbeitsmedizin, die Botschaften, die wir in die Öffentlichkeit nach innen und nach außen hin adressieren wollen.

00:35:47: Man findet darüber hinaus Veranstaltungsangebote und vieles mehr.

00:35:51: Auch unsere Stellungnahmen, alle, die wir in den Bereich der Politik gesendet haben in der letzten Zeit.

00:35:56: Ja,

00:35:57: genau.

00:35:57: Und dort ist auch eine E-Mail-Adresse.

00:35:58: Also für alle diejenigen, die mal die Arbeitsmedizin ansprechen wollen, Genau dort ist der richtige Ort.

00:36:05: Vielen Dank für deine Ausführungen, Thomas.

00:36:07: Sehr gerne und vielen Dank.

00:36:10: Lassen wir diesen Satz einfach noch mal nachwirken.

00:36:13: Gesundheit ist nicht teilbar.

00:36:17: Es kann also wirklich kein Silo denken und keine Insellösungen mehr geben, wenn wir uns diesen Thema effektiv widmen wollen.

00:36:24: Wir als arbeitsmedizinische Verbände arbeiten deswegen genau daran zusammen.

00:36:30: Auch zusammen mit den Vertretern und Vertreterinnen der Arbeitssicherheit wie dem VDSI.

00:36:36: Und eine besonders integrative Rolle spielt dabei Sylvester Siegmann.

00:36:40: Also ich sitze jetzt hier mit Sylvester Siegmann.

00:36:43: Das ist der Geschäftsführer des BSAFB, dem Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte.

00:36:52: Und

00:36:53: seit gestern ganz frisch der Vorstandsvorsitzende des VDSI.

00:36:58: Lieber Silvester, herzlichen Glückwünsch dazu.

00:37:01: Ja, ganz herzlichen Dank, lieber Lukas.

00:37:05: Freut mich, ich bin auch sehr stolz darauf.

00:37:06: Und hoffe gerade durch diese Doppelrolle und dadurch, dass ich hier aus hat, für eine zukünftige, bessere Zusammenarbeit auch zwischen den Fakultäten, also Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin vertreten unter dem gemeinsamen Dach jetzt die Arbeitsmedizin mit allen drei Verbänden.

00:37:27: Ein bisschen was unterstützen zu können.

00:37:29: Genau, lass uns gleich nochmal über die Kooperation sprechen.

00:37:33: Vorher würde mich interessieren, jetzt, da ich mit dem Vorstandsvorsitzenden des VDSI spreche, was sind denn eure Themen, was beschäftigt euch?

00:37:42: aktuell besonders?

00:37:43: Ja momentan ist eigentlich das Hauptthema, dass uns die Politik aufgedrückt hat, das Bürokratie Rückbaukonzept des BMAS.

00:37:53: Da ist ja jetzt in diesen Tagen vieles auch durchs Netz gegangen.

00:37:58: Vieles ist aber auch schon beschlossen, was noch gar nicht so durchs Netz geht.

00:38:02: und da müssen wir gucken, dass wir uns rechtzeitig wehren.

00:38:05: und es ist natürlich auch gut, wenn sich dann sowohl die Arbeitsmedizin, als auch die Arbeitssicherheit, da so ein bisschen in eine Stoßrichtung gehen.

00:38:14: Denn alle haben zwar jetzt gelesen, dass da hundertundzwanzigtausend Sicherheitsbeauftragte eingespart werden sollen.

00:38:21: Da drunter gab es aber noch eine kleine Zeile, das nämlich im Rahmen der Außerkraftsetzung der Druckluftverordnung.

00:38:29: noch weiteres geschehen soll.

00:38:31: Und die ganze Druckluftmedizin, also die ganzen Eignungsuntersuchungen der Mitarbeiter in Druckluft hängen an der Druckluftverordnung.

00:38:40: Die Berufstaucher sind über die ABMedVV versorgt.

00:38:43: Die Eignungsuntersuchung, das ist eine reine Eignungsuntersuchung der Druckluftmitarbeitenden, die hängt an dem ermächtigten Arzt nach Druckluftverordnung.

00:38:52: Und da muss man jetzt kämpfen, dass das BMAS einfach daran denkt, dass es da auch noch eine Eignungsuntersuchung ist, deren rechtliche Grundlage gerade außer Kraft gesetzt wird und wie das mit Eignungsuntersuchungen ohne rechtliche Grundlage aussieht, das kennen wir alle zu genüge aus der Gefahrsteuerüberwachungstätigkeit.

00:39:12: Das möchte man eigentlich auf Druckluftbaustellen nicht haben und da ist bisher noch relativ wenig zugesagt worden und es soll bis Ende des Jahres alles in Form gegossen werden.

00:39:24: Das heißt, da müssen dann auch die Verbände, auch die arbeitsmilizinischen Verbände doch mal langsam so ein bisschen die Ritterrüstung anziehen und so ein bisschen auf Diskussionskurs gehen.

00:39:35: Genau, also ich habe ja auch eure Stellungnahme zum letzten Vorstoß durchgelesen und ihr reagiert ja sehr differenziert auch auf diesen Vorstoß.

00:39:47: Wo sind aus Deiner Sicht die Ansatzpunkte, wo man nochmal nachschaffen müsste bei den bisherigen Vorstößen?

00:39:53: Ja, wir haben ja als VDSI zweimal Stellung dazu genommen, einmal in einem Positionspapier zur Deregulierung und Arbeitsschutz und dann nochmal speziell jetzt, nachdem es noch einmal eine Meldung gab mit den hundertdreifendzwanzigtausend Sicherheitsbeauftragten, dann nochmal eine Stellungnahme speziell zur Rolle der Sicherheitsbeauftragten.

00:40:14: Wenn man sich die Papiere des BMS einmal durchliest, sieht man ja, dass das eine ganze Menge Punkte sind.

00:40:19: Es hängt an mit den Sicherheitsbeauftragten Druckluftverordnung in der ersten Phase.

00:40:23: Dann gibt es ja aber noch die Phasen zwei und drei.

00:40:27: Und da stehen viele Dinge drin, die wir auch vorher in unserem Positionspapier drin haben, mit denen wir eigentlich sehr gut leben können.

00:40:35: Denn wir müssen uns darüber im Klaren sein, so ein Kleingunternehmer hat wirklich viel an Vorschriften, die einhalten soll.

00:40:42: Das ist ja nicht nur Arbeitsschutz.

00:40:44: Der BDA spricht da von zehntausend Vorschriften.

00:40:48: Das ist aber nur eine Schätzung.

00:40:50: Wenn man im BDA spricht und nachsagt, wo habt ihr denn die Quelle, wer hat das denn gezählt, dann sagt selbst Herr Kampeter als Chef des BDA, ja, nee, sich man also gezählt haben, weil das nicht, das ist so eine Schätzung von uns.

00:41:03: Und beruft sich dann auf ein eigenes Papier, wo die die Zahl in die Welt gesetzt haben.

00:41:09: Das bringt nicht viel, glauben wir.

00:41:10: Es gibt vieles, was man sinnvoll entbürokratisieren kann.

00:41:13: Es gibt viele Vorschriften, die doppelt und dreifach sind, wo wir jederzeit mithelfen wollen.

00:41:18: Wir haben einfach neue Möglichkeiten durch KI und künstliche Intelligenz.

00:41:23: Und da gibt es in den Phasen zwei und drei sehr vieles, was wir unterstützen würden.

00:41:27: Wir sagen können, das schafft zusätzliche Ressourcen.

00:41:31: nicht zum Einsparen, sondern um die in sinnvolle Sachen des Arbeitsschutzes zu setzen.

00:41:37: Dass wir da Zeit gewinnen, dass wir da Ressourcen gewinnen, mit denen wir wirklich was bewegen können.

00:41:44: Das heißt, mit weniger Vorschriften mehr Sicherheit bringen können.

00:41:48: Wir können gerne entbürokratisieren, aber nur bei gleichbleibendem Sicherheitsniveau.

00:41:54: Und das ist uns wichtig und da haben wir auch schon mit dem BMAS für Gespräche vereinbart.

00:41:59: Wir hoffen auch, die Arbeitsmedizin da einbinden zu können, dass wir da gemeinsam auftreten mit dem BMAS sprechen, um dann nicht zu retten, was zu retten ist, sondern einfach sinnvoll darüber zu sprechen mit der fachlichen Expertise des Arbeitsschutzes, welche Sachen man vielleicht wirklich streichen kann und dadurch Ressourcen freizusetzen und wo man doch bitte lieber die Finger von lässt.

00:42:25: Weil natürlich auch einige Sachen im Planung sind, wo man sich wirklich fragt, was haben wir dabei sich gedacht.

00:42:31: Die Politik steht unter Druck.

00:42:33: Sie haben sehr viele Wahlversprechen gemacht und die müssen jetzt irgendwie umgesetzt werden.

00:42:37: Und da sind wir leider mit einer von den Teilen, die die bequem gerne versuchen zu kürzen.

00:42:44: Ja, du hast jetzt schon mehrfach die Zusammenarbeit zwischen der Arbeitssicherheit und der Arbeitsmedizin angesprochen.

00:42:51: Was würdest du sagen, wo haben wir da jetzt noch Potenziale, unsere Zusammenarbeit auszubauen?

00:42:55: Naja, ich finde es auf jeden Fall schon mal wichtig, dass wir jetzt nicht nur Zusammenarbeit ausbauen, sondern in vielen Bereichen aufbauen.

00:43:01: Weil in den vergangenen Jahren haben wir auch Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheits so ein bisschen parallel, gab immer mal nette Gespräche, man hat sich nicht gestritten, aber das wir da wirklich sagen können, wir haben das wirklich Schulter in Schulter Hand in Hand Sachen aufgebaut.

00:43:16: Das kann man, glaube ich, an eine Hand abzählen.

00:43:18: Und da denke ich mal, ist es ganz wichtig, dass wir anfangen, wirklich zu operieren, dass wir uns wirklich zusammen zu Sachen im Vorfeld hinsetzen, gemeinsame Ziele definieren und dann strukturiert in eine Richtung zusammenarbeiten.

00:43:33: Mit der Kompetenz der Arbeitsmediziner in Sachen Gesundheit, in die besondere individueller Gesundheit, für die allgemeine Gesundheit gibt es auch Gesundheitsförderungsleute und betriebliche Gesundheitsmanager.

00:43:46: weiß, dass es die Betriebsärzte nicht immer so gerne hören, die das aber organisatorisch auch sehr gut in den Griff kriegen.

00:43:53: Aber halt diese individuelle... Geschichte.

00:43:56: Was machen wir mit dem Nierenkranken bei Hitze?

00:43:58: Was machen wir mit dem Diabetiker bei Hitze?

00:44:01: Das kann nur ein Betriebsarzt.

00:44:03: Und diese Konzepte gemeinsam zu erarbeiten.

00:44:06: Was kann die Arbeitssicherheit dazu beitragen?

00:44:08: Das kann die Arbeitsmedizin dazu beitragen.

00:44:10: Das haben wir bei den psychischen Belastungen schon ganz gut hingekriegt.

00:44:14: Und wenn wir das zukünftig nach außen auch gemeinsam vertreten, dann werden wir von der Politik und auch von den Betrieben vom BDA ganz anders wahrgenommen, wenn die Arbeit Schützer zusammen Schulter an Schulter mit den medizinischen Kompetenzen, mit den sicherheitstechnischen Kompetenzen gemeinsam auftreten und dann für eine hoffentlich dafür sorgen, dass wir arbeitssicher und gesund gemeinsam machen.

00:44:39: Genau, denn Arbeitsmediziner und Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen ja im Betrieb zusammenarbeiten, oder wenn sie Gesundheit, förderliche und sicherer Arbeit gestalten wollen.

00:44:48: Das eine geht nicht ohne das andere.

00:44:51: Man kann natürlich, gibt ja immer so Philosophie, in die die Leute verbreiten, da könnte man sich natürlich aus unserer Sicht anschließen, dass die Arbeitssicherheit so ein bisschen den Grundboden legt, weil du kriegst keinen gesunden Arbeitsplatz, der nicht sicher ist.

00:45:04: Sobald der Arbeitsplatz unsicher ist, ist mit der Gesundheit nicht mehr viel.

00:45:09: Andererseits geht die Arbeitssicherheit natürlich maximal dazu vor Schaden bewahren.

00:45:14: Aber wir haben ja den salutogenetischen Ansatz.

00:45:16: Das heißt, wir wollen ja mehr als nur verhindern, was krank macht, sondern wir wollen ja gucken, wie kriege ich denn den Mitarbeiter noch gesünder?

00:45:24: Wie kriege ich den noch leistungsfähiger?

00:45:26: Und da ist natürlich dann die Arbeitsmedizin natürlich Ansprechpartner, weil das ist ihr Steckenpferd, das können wir unterstützen.

00:45:34: Aber da fehlt dann natürlich einfach die medizinische Ausbildung und deshalb ist quasi so die Kühe, die oben drauf kommt, die Gesundheit, die primär von den Arbeitsmedizinern vertreten wird, die natürlich auch bei der Arbeitssicherheit ein bisschen machen können.

00:45:49: Es ist halt keine scharfe Linie, genauso wie die Arbeitssicherheit, die Grundlagen schafft und dann ein paar Spitzen auch sicherlich mit in die Arbeitsmedizin unterstützen kann.

00:46:00: Aber Wenn wir uns das so aufteilen, ich glaube, dann haben wir einen riesen Potenzial und dann haben wir das auch ganz gut, dass wir uns nicht gegenseitig ausstechen, sondern dass wir uns ergänzen.

00:46:10: Nicht gegeneinander, sondern miteinander.

00:46:13: Und daher glaube ich, steckt noch viel, viel Potenzial drin.

00:46:17: Ja, da würde ich sagen, Hashtag Teamwork.

00:46:20: Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

00:46:21: Vielen Dank, Sylvester.

00:46:23: Gerne.

00:46:23: Danke, Lukas.

00:46:24: Das war wieder ein spannender Rundumblick, ein Potpourri an unterschiedlichen Themen, was natürlich auch wieder zeigt, wie vielseitig die Arbeitsmedizin selbst ist.

00:46:35: Im Dezember melden wir uns dann wieder mit einem konkreten Thema, dass wir etwas tiefer bearbeiten.

00:46:41: Bis dahin schaut doch mal in die Show notes.

00:46:43: Ich habe euch ein paar hilfreiche Links hinterlassen.

00:46:46: Außerdem schreibt uns wie gesagt an Arbeit trifft Gesundheit at vdbw.de.

00:46:51: Vielleicht habt ihr ein paar Ideen oder Wünsche für die nächsten Folgen im kommenden Jahr.

00:46:58: Für diesmal könnt ihr euch folgende drei Take-Home-Messages mitnehmen.

00:47:03: Erstens.

00:47:04: Die Arbeitswelt unterliegt einen permanenten und intensiven Wandel.

00:47:08: klimatisch, technologisch und gesellschaftlich.

00:47:12: Zweitens, die Arbeitswelt bietet enormes Potenzial zur gesundheitlichen Prävention, das heute noch nicht ausgeschöpft wird.

00:47:20: Und drittens, die Arbeitsmedizin wird immer sichtbarer.

00:47:25: Ja, also d-arbeitsmedizin.org.

00:47:29: Dort findet ihr auch unsere Kernbotschaften.

00:47:32: Also wofür?

00:47:33: die Arbeitsmedizin eigentlich steht.

00:47:36: Und damit bleiben wir jetzt nur noch, mich an dieser Stelle für diesmal zu verabschieden, bis zum nächsten Mal.

00:47:42: Bei Arbeit trifft Gesundheit dem arbeitsmedizinischen Podcast.

00:47:46: Tschüss!

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