Health in Care Professions 2026
Shownotes
In dieser Folge kommen zu Wort: Dr. Vera Stich-Kreitner, Susanne H. Liebe, Stefan Schulz, Dr. Michael Drees, Dr. Tanja Menting, Samira Schwendrat, Danièl Lautenschlag und Dr. Johanna Stranzinger
Links
- Keynote von Stefan Schulz "Die Abbruchkante der Altenrepublik": https://stefanschulz.com/abbruchkante/
- Impressionen vom HiCP: https://www.vdbw.de/mitgliederservice/referate-und-vortraege/2025-hicp-erfurt/impressionen-1#c4785
- Über das forum die arbeitsmedizin: https://die-arbeitsmedizin.org/forum-die-arbeitsmedizin/
- Über die BGW: https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/themen/bgw-im-ueberblick/ueber-uns
Weiterführende Folgen
- Rehabilitation – zurück mit neuer Kraft (Folge 21) https://arbeit-trifft-gesundheit.podigee.io/21-rehabilitation
- Mythen, Missverständnisse und Fake News – Irrtümer über die Arbeitsmedizin (Folge 14) https://arbeit-trifft-gesundheit.podigee.io/14-neue-episode
Transkript anzeigen
00:00:00: Zum zweiten Mal nun haben wir in Erfurt den Kongress Health In Care Professions durchgeführt, bei dem es ja darum geht wie wir am besten die Millionen Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen der Deutschland betriebsärztlich versorgen.
00:00:14: Und – wie ihr wisst – geht das da nicht nur um individuelle Vorsorge und umfassenden Impfschutz?
00:00:19: Nein!
00:00:20: Die Arbeitsmedizin hat den gesetzlichen Auftrag generell zu gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen beizutragen.
00:00:27: Hier spielt der Gesundheitssektor sowohl wirtschaftlich für Deutschland als auch gesellschaftlich eine tragende Rolle.
00:00:33: Hier wird jede helfende Hand gebraucht, so dass jeder und jede Beschäftigte möglichst gut und gesund beschäftigt bleiben soll.
00:00:41: Diese enorme Bedeutung spiegelt sich in dem diesjährigen Motto des Kongresses Gesundversorgung – Beschäftigungspfähigkeit als systemische Aufgabe wieder!
00:00:51: Und ich habe euch dieses Mal zu diesem Thema und rund um den Kongress wieder ein paar Stimmen eingefangen die euch die Vielfalt der arbeitsmedizinischen Themen und Fragestellungen ganz ausgezeichnet illustrieren.
00:01:03: Von Beschäftigungsfähigkeit, Rehabilitation bis Mutterschutz- und Gewaltprävention hier wo Arbeit auf Gesundheit trifft.
00:01:17: Arbeit trifft Gesundheit.
00:01:19: Der Arbeitsmedizinische Podcast
00:01:21: Mit Susanne
00:01:22: Und Lukas Heute zu Health in Care Professions Beschäftigungsfähigkeit als typische Aufgabe.
00:01:50: Auch wenn Health and Care Professions natürlich ein arbeitsmedizinischer Kongress ist, haben wir auch diesmal wieder deutlich gemacht dass die Relevanz der besprochenen Themen weit über unser Fach das Fach der Arbeitsmedizin hinausgeht.
00:02:05: Hier geht es tatsächlich um knallhörte systemische Fragestellungen.
00:02:10: VdBW Pressesprecherin Dr.
00:02:12: Vera Stich-Kreitner und Präsidentin Susanne Liebe haben das im Pressegespräch vorab klar herausgestellt.
00:02:46: für Belastungen, Verantwortung, Erholung und die Möglichkeit lange gesund im Beruf zu bleiben.
00:02:52: Genau hier setzt der VdBW mit diesem Kongress an.
00:02:55: unter dem Motto «Gesund versorgen», Beschäftigungsfähigkeit als systemische Aufgabe.
00:03:02: widmen wir uns der Frage welche konkreten Anforderungen die Beschäftigungspfähigkeit gefährden können was dagegen unternommen werden kann und welcher Bedeutung im Versorgungssystem die arbeitsmedizinische Betreuung der Beschäftigten zukommt.
00:03:18: Denn Beschäftigte im Gesundheitswesen sind eine tragende Säule unserer gesellschaftlichen Infrastruktur.
00:03:24: Sie sichern medizinische Versorgung, Pflegebetreuung Teilhabe und Bildungen.
00:03:30: Sie ermöglichen zugleich das andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche funktionieren Wenn Kinderbetreuung ausfällt, wenn die Pflege nicht verlässlich organisiert werden kann.
00:03:41: Wenn Krankenhausstationen unterbesetzt sind dann betrifft das nicht nur einzelne Einrichtungen und dann betrift es dann Familienarbeitskolleginnen und Kollegen Arbeitgebende und die gesamte Wirtschaft und kostet schlussendlich schlimmstenfalls das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit unserer Gesellschaft.
00:03:58: Beschäftigungsfähigkeit ist keine Privatsache.
00:04:01: Sie ist ein zentraler Teil der Infrastrukturpolitik, diese Erkenntnis ist das Kernanliegen dieses Kongresses.
00:04:10: Die Menschen die im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten stellen keine unbegrenzt verfügbare Ressource dar.
00:04:18: sie sind Fachkräfte aber sie sind auch selbstmenschen mit Kindern pflegebedürftigen Angehörigen, eigenen Erkrankungen, eigenen Belastungsgrenzen und eigenen Lebensphasen.
00:04:33: Und genau deshalb ist die Frage der Beschäftigungsfähigkeit so zentral!
00:04:40: Es geht eben nicht darum, beschäftigten noch ein weiteres Resilienstraining oder eine weitere Rückenschule anzubieten, während die Verhältnisse unverändert bleiben.
00:04:53: Arbeit
00:04:53: so zu gestalten, dass Menschen in diesen Berufen langfristig gesund, leistungsfähig und motiviert bleiben können.
00:05:04: Das ist eine Führungsaufgabe!
00:05:07: Es ist eine Organisationsaufgabe es ist eine politische Aufgabe und es ist ein zentrale Aufgabe der Prävention.
00:05:17: Soziologe und Buchautor Stefan Schulz lieferte mit seiner Keynote zur Abbruchkante der Alten Republik das demografische Panorama für die anstehenden Aufgaben, für die Versorgung der Versorgenden.
00:05:29: Vorab im Pressegespräch gab er schon mal einen kleinen Einblick in seine Rede.
00:05:44: Ja, die Altenrepublik ist ein erst mal Begriff.
00:05:49: Immer wenn ich darüber rede und eingeladen werde, selten bei Ärzten erstaunlicherweise frage ich immer auch im Publikum fühlt man sich gerade in der AltenRepublik?
00:05:57: Was ist die Alte Republik?
00:05:59: Typischerweise bin ich dann in Urbahnenzentren und dann ist die alten Republik immer ganz fern.
00:06:04: jetzt bin ich heute in Erfurt hier unter den Betriebsärzten Und das ist auch mein Heimat.
00:06:09: Ich weiß dass ich näher dran bin.
00:06:12: Aber so wie Sie weiter das jetzt ausgeführt haben, also dass wir eine Beschäftigungsfähigkeit eigentlich nicht nur als Grundbegriff sondern als Rohstoff für Deutschland haben.
00:06:22: Weil wir exportieren weder KI-Tokens noch Öl und sonstige Rohstoffe Sondern wir haben einfach nur die menschliche Arbeit.
00:06:30: Und an diesem Paradigma ändert weder die KI-Wende, die uns schon viel Arbeit abnimmt etwas noch fünf Jahre stagnation.
00:06:36: Also die Beschäftigsfähigkeit allgemein ist die Grundlage der deutschen Volkswirtschaft Und die muss aufrecht erhalten werden, was bedeutet das ist durchaus eine Win-win-Win Situation für alle.
00:06:47: Wenn man nicht vierzehnt oder eißig den Anruf bekommt wird daraus aus der Werkshalle des Kindes abgeholt werden.
00:06:53: und wenn wir diese Kette jetzt einmal lang geht vom typischen Werksarbeiter, vom Büroarbeiter wie auch immer zu demjenigen der für ihn Pflegerarbeit übernimmt sei es für die Alten ist natürlich einer Gesellschaft eighty-fünf Prozent der Altenpflege, die eigentlich stationär sein sollte privat erledigt große Belastungen.
00:07:14: Dann hat man nicht nur die alten sondern auch noch die Kinder.
00:07:17: das ist dann eine Doppelbelastung.
00:07:19: und dann hat man noch den eigentlichen Hauptberuf also man ist sozusagen fast dreifach belastet.
00:07:24: Also dieser ständige Wechsel aus von Leuten die ihre Erwerbsarbeit schon gerne machen in die Kehrarbeit.
00:07:32: Und dann hört man und es habe ich mich jetzt eingelesen in die Themen die hier heute auch und morgen besprochen werden dass man sich eigentlich um diese Sorgearbeiter, denen man ja seine Sorge abgibt.
00:07:42: Die Kinder die Alten, das man sich auch noch Sorgen machen müsste und dann deren Betriebsärzte plötzlich Alarm schlagen weil sie sich auch nicht sehr gut aufgehoben fühlen.
00:07:51: also da sind wir nicht nur mitten in der alten Republik sondern wirklich an der Abbruchkante der alten Republic.
00:07:56: Also wenn es hier scheitert, dann zieht sich das als Scheitern einmal durch die gesamte Volkswirtschaft Und es kann sich Deutschland eigentlich gar nicht leisten.
00:08:08: Du hast ja viele Gedanken gemacht, wie du gerade ausgeführt hast.
00:08:12: Hast du denn siehst du was sind deine Auswege?
00:08:15: Du bist ja auch Sozialwissenschaftler, Autor und Podcaster mit sehr interessanten Beiträgen und führst immer wieder dazu aus, du guckst da sind dir viele gesellschaftlichen Themen an und das ist eigentlich davon.
00:08:28: Das Stichwort ist Demografie oder demografischer Wandel.
00:08:33: Ja
00:08:33: also zum einen um das Problem zu beschreiben die Lösungen stelle ich gleich gerne vor.
00:08:38: Die Demografie wird grundsätzlich und immer unterschätzt.
00:08:41: Ich war noch bei keiner Veranstaltung, wo ich eingeladen wurde, wo es nicht in den Nachgesprächen so, oh ja wusste ich gar nicht.
00:08:47: das ist ja wirklich dramatisch!
00:08:49: Ich werde nachher an meiner Kino oder auch mal kurz zeigen wie die Jahrgänge sich eigentlich entwickeln aus dem man gerade so rekrutiert.
00:08:54: also steiler kann man ein Pfeil gar nicht nach unten malen.
00:08:57: Thema Migration so wie wir darüber diskutieren verspielen wir gerade alle Chancen die wir auf diesem Felder haben.
00:09:03: Und jetzt ist die Frage Wie löst man dieses gigantische Problem?
00:09:08: Mein Angebot heute ist natürlich und
00:09:12: diese
00:09:12: Proannte kann ich hier verraten, die werde ich nachher sehr breit walzen.
00:09:17: Gerade Ärzte!
00:09:18: Und es betrifft viele Professionen.
00:09:20: aber bei den Ärzten kann man sogar noch so Jokes machen ja wenn man einen Notfall hat ruft man natürlich einen Arzt.
00:09:24: nur wen ruft der Arzt wenn er einen Notfalls hat?
00:09:27: und nun bin ich nach her in einem Raum mit sehr vielen Ärzten die eigentlich ein Notruf wählen wollen.
00:09:32: sie wissen gar nicht wen sollen sich jetzt anrufen.
00:09:34: und aus dieser Schleife kann man ausbrechen.
00:09:35: ... die Medikalisierung, wie ich gelernt habe.
00:09:39: Also dass man... Man kennt es allgemein als Individualisierung,... ...dass man wirklich jedes Problem erst mal auf sich bezieht und sich fragt,... ...ob man hier mit einer Therapie, mit einer Yoga-Stunde,... ...mit einem Urlaub nochmal wieder rauskommt oder ob man's als systemisches Problem begreift.
00:09:53: Das ist ja hier ganz immanent!
00:09:55: Also Ärzten muss man wirklich raten bei manchen Problem vielleicht nicht n
00:10:00: Arzt zu rufen?
00:10:01: und auch nicht ein Arzt, um Hilfe zu beten oder sich nochmal Ratschläge einzuholende.
00:10:05: Zweitmeinung wie auch immer.
00:10:06: Das sind ja alles Begriffe aus diesem Medier sondern zu sagen mit medizinischen Lösungen kommen wir hier gar nicht weiter Sondern wir brauchen jetzt Geld.
00:10:15: also die systemische Lösung ist einfach Geld.
00:10:17: es ist immer Budget und Budget heißt einfach Politik.
00:10:21: Und was mich immer wieder wundert und ich hier
00:10:24: insbesondere
00:10:25: warum diese Argumentation noch nicht gemacht wurde zu sagen Es ist nicht einfach nur, dass es Leuten schlecht geht wenn sie in den, ich sag jetzt mal Helfer berufen, den Sorgeberufen.
00:10:36: Nicht gut versorgt sind oder deren medizinisches Personal auch noch ausfällt sondern das sind ganz groß verrechenbare gesellschaftliche Opportunitätskosten.
00:10:47: also mit drei Millionen Leute aus einem forty-fünf Millionen Erwerbspersonen Potenzial gebunden sind durch Pflegerarbeit die nicht nur körperlich anstrengend ist seelisch geistig belastet.
00:11:00: Dann weiß ich gar nicht warum das noch nicht durchgerechnet wurde, was das an minus BIP bedeutet und es kann nicht so kompliziert sein das auszurechnen.
00:11:10: also mithilfe von KI kriege ich eine Überschlagsrechnung bei der ich wenn ich mit Vollverschafflern darüber rede die einfach nur sagen ja Das ist im Grunde die Zahl, also die könnte man jetzt nochmal auf die dritte Kommastelle genauer nehmen.
00:11:21: Aber im Grunden rechnen wir hier in substanziellen BIP-Werten, die wir einfach an Opportunitätskosten um Kleine... Also wirklich relativ dazu kleine... Hier noch mal eine Einsparung bei der gesetzlichen Krankenversicherung, hier nochmal ein bisschen Pflege, hier noch ein bisschen weniger Beitrag und so.
00:11:38: das sind alles Kosten, die stehen so auf dem Papier.
00:11:41: aber die große Opportunitätskostenrechnung, die das aufmacht Die schreibt niemand nieder und die kann man aber niederschreiben.
00:11:50: Also das ist gar nicht so kompliziert, glaube ich.
00:11:52: von daher wird es nachher mein Appell sein auch die Mediziner Und wenn sie selber nicht rechnen müssen Sie sich halt vollwirtschaftliche Hilfe holen.
00:12:00: Aber das kann man durchrechnen
00:12:02: Das ist mega spannend.
00:12:03: Ich glaube wir haben unsere Gespräche auch in der zukunft.
00:12:06: ich freue mich drauf und ich bin sehr gespannt und freue mich heute auf deine.
00:12:11: Stefan hat seine Kino direkt selbst aufgezeichnet und allen Interessierten aus seiner Seite zur Verfügung gestellt.
00:12:17: Ich werde sie auch in den Shownotes verlinken, vielen Dank Stefan!
00:12:20: Vor allem für die Impulse, die nicht nur den Teilnehmenden nochmal deutlich aufgezeigt haben wie wichtig ihre Aufgabe ist sondern auch für viel Diskussion gesorgt haben.
00:12:29: Mit der pragmatischen Bereitstellung hat uns Stefan natürlich noch mal gezeigt wie wertvoll digitale Lösungen sein können.
00:12:35: Das gilt natürlich auch speziell für die Arbeitsmedizin.
00:13:07: Schwerpunkte oder was sind generell die schwer Punkte für dich in dieser Thematik?
00:13:11: Genau, wir hatten ja gestern einen ganzen Block hier beim HICP, wo wir uns über digitale Anwendungen und KI ausgetauscht haben.
00:13:18: Ich glaube beides muss man jetzt immer zusammendenken.
00:13:21: Und wir hatten viele interessante Vorträge... ...und ich glaube eine Quintessenz die wir mitgenommen haben ist digitale Anwendung und KI sind da!
00:13:31: Die verschwinden auch nicht wieder und wir haben die Chance die richtig zu gestalten für uns richtig und gut zu nutzen Und das kam, glaube ich bei jedem Vortrag wurde das deutlich.
00:13:42: Was auch deutlich wurde ist dass noch keiner genau sagen kann wohin diese Entwicklungen insgesamt gehen und es ist einfach so, dass wir da noch keine Langzeiterfahrungen haben und wir im Moment noch nicht ganz genau abschätzen können welchen Nutzen welche Mehrwert bringen viele digitale Anwendung und auch KI Anwendungen insbesondere in der Arbeitsmedizin wenn man die betriebsärztliche Sprechstunde denken.
00:14:03: welche Tools welche Gadgets welche und so weiter sind da sinnvoll und können von uns gewinnbringend eingesetzt werden, dass auch der Mitarbeiter die Mitarbeiterin, die uns in der Sprechstunde gegenüber sitzt.
00:14:17: Und das Unternehmen und wir selber auch einen Mehrwert davon haben.
00:14:21: Ja was würdest du denn sagen?
00:14:22: Sind so die Herausforderungen im Umgang mit der digitalen Technik in der Arbeitsmedizin ganz konkret?
00:14:28: Naja viele Dinge sind ja im Moment auch noch so ein bisschen im Stadion des Ausprobierens und ich finde es immer toll, wenn wir auch gestern haben oder das gesehen.
00:14:35: Wir haben sehr lebhaft diskutiert mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unseres Blogs gestern.
00:14:40: Das war eine sehr anregende Diskussion und da wird deutlich dass wir selber ja noch viel da einfach auch lernen und ausprobieren und auch ein bisschen experimentieren.
00:14:50: Und es gibt jede Woche neue Ideen, ne?
00:14:52: Neue digitale Anwendungen, neue KI-Tools – man muss da echt am Ball bleiben!
00:14:58: Das ist eine Herausforderung, dass wir das alles so nebenbei ja auch noch quasi mitlernen müssen und neu denken und neu lernen müssen.
00:15:05: Eine andere Herausforderung sehe ich schon auch darin, dass das alles technisch irgendwie zuverlässig funktioniert.
00:15:11: Wir hatten gestern sehr häufig das Thema Schnittstellen, also hier nochmal eine Plattform da noch mal ein Tool.
00:15:16: Da nochmal eine neue Software.
00:15:18: Sorgt das nicht dafür dass noch mehr Schnittstellen kommen und macht das dann am Ende nicht noch mehr Arbeit als früher?
00:15:24: Das wäre natürlich nicht die richtige Lösung!
00:15:26: Ja jetzt bist du ja auch Vizepräsident des VdBW und wie kann denn der Verband an dieser Stelle unterstützen genau diese mit diesen Herausforderungen umzugehen?
00:15:38: Ich sage ja immer so gerne, dass wir mit unseren fast viertausend fünfhundert Mitgliedern im Verband einen enormen Erfahrungs- und Wissensschatz haben.
00:15:46: Und den wollen wir viel mehr noch heben und nutzen als vielleicht in der Vergangenheit.
00:15:51: Auch das war gestern ein schönes Beispiel die lebhafte Diskussion – und das hast du ja selber vorgestellt Lukas!
00:15:56: Unsere neue Plattform VdBW vernetzt und auch das Forum Die Arbeitsmedizin, das wir eingerichtet haben nicht nur für unsere eigenen Mitglieder, dafür ist der Bereich VDBW vernetzt ein eingeschlossener Raum um da sicher zu... diskutieren, Fragen auszutauschen.
00:16:12: Auch Dinge die man vielleicht im Bereich digitale Anwendung oder KI- oder EPA und Gematikanbindung – das ist ein weiteres Riesenthema wo wir glaube ich noch ganz viele Frage zeigen haben -, dass wir uns da untereinander austauschen können und dass man da Fragen stellen kann ohne Angst haben zu müssen, dass man dann gesagt bekommt auch sie sind ja Leben hier hinter Mond und so.
00:16:31: Also das ist glaube ich ein ganz tolles neues Format was wir jetzt auch schon nutzen und mit dem Forum Die Arbeitsmedizin öffnen wir das sogar noch für von DGAOM und BSAFB, also da kommen noch mehr geballte Kompetenz sozusagen zusammen.
00:16:45: Und das ist einfach so.
00:16:46: meine große Hoffnung dass wir da alle gemeinsam für den Verband, aber auch für die Arbeitsmedizin insgesamt einen guten Weg finden und gute neue Lösungen vorschlagen.
00:16:57: Aufgabe wird es dann sein dass auch immer wieder bei Entscheidungsträgern ob in der Politik oder anderen Institutionen bei dem Begehen bei der DGOV wo auch immer das wir uns da zu Wort melden und einfach auch eigene Impulse einbringen.
00:17:08: welche digitalen Anwendungen welche KI-Anwendung hätten wir denn auch gerne in der Arbeitsmedizine?
00:17:14: Ja super vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke Michael!
00:17:17: Sehr gerne.
00:17:19: Wir sehen uns alle bestimmt wieder beim DBK in Mainz im Oktober.
00:17:23: Ja, freue ich mich auch schon drauf bis dahin!
00:17:25: Tschüss!
00:17:26: Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses war die geschlechtersensible Arbeitsmedizin.
00:17:32: Gemeinsam mit Dr.
00:17:33: Tanja Mending aus der wissenschaftlichen Leitung des Kongresses habe ich darüber gesprochen warum Themen wie Mutterschutz, Wechseljahre oder Präventionsverfahren heute stärker denn je in den Fokus der Arbeitsmedizinen gehören?
00:17:47: So schnell sieht man sich wieder.
00:17:49: Letztes Jahr haben wir auch schon gesprochen hier beim HEICP Dr.
00:17:53: Tanja Menting, die leitende Betriebsärztin des Uniklinikums Bonn.
00:17:56: – hallo Tanja!
00:17:57: Ja
00:17:57: ich grüße Dich.
00:17:58: ja.
00:17:59: nachdem der letzte HECP oder erster HECP im letzten Jahr ein großartiger Erfolg war, war die Wichtigkeit natürlich gegeben.
00:18:09: Die Themen, die wir am letzten Jahr erstmalig aufgegriffen haben für Betriebesärztinnen, die Betriebe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege betreuen entweder zu vertiefen wieder auf zu greifen, auf jeden Fall zum Thema zu machen.
00:18:26: Ja genau!
00:18:26: Du hast ja auch beim zweiten Health and Care Professions eine tragende Rolle als Mitglied der wissenschaftlichen Leitung und du hast mehrere Blöcke moderiert unter anderem geschlechter-sensible Arbeitsmedizin und Mutterschutz.
00:18:40: Was waren denn so die Themen, die dich aus diesem Block besonders beschäftigt haben?
00:18:45: oder wo du sagst das ist jetzt ein aktuell besonders wichtiges Thema?
00:18:50: Also ich denke das Thema Mutterschutz ist ja, also Mutterschutz ist Arbeitsschutz.
00:18:56: Ist ein ganz zentrales Thema was es auch lohnt immer wieder als Themenplok mit in den Kongress mitzunehmen gerade weil der Ausschuss für Mutters Schutz der gegründet wurde im Jahre zwei tausend achtzehn Mit der Novellierung des Mutterschlussgesetzes Ja in den letzten Jahren einen enormen Sprung macht hat.
00:19:20: Das heißt, die ersten Mutterschutzprodukte sind auf den Weg gekommen und gerade für die Betriebe im Gesundheitswesen von Relevanz sind ja auch die Themen Gefahrstoffe also Umgang mit Holatilen Anesthetikern wie Isofloran, Desfloran, Sevoflorran das heißt Gefahrstoffe denen schwangere Frauen werdende Mütter oder dem ungebundenen Kinder gegenüber nicht ausgesetzt werden dürfen, weil sie jahrelang als unverantwortbare Gefährdung galten.
00:19:56: Das heißt werdende Mütter wurden komplett aus dem OP rausgenommen.
00:20:03: Da haben wir heute eine wirklich gute Mutterschutzregel auf den Weg gebracht die letztendlich auch Tätigkeiten definiert unter denen werdende Mutter schwangere Frauen arbeiten können auch einfach gar nicht schleißen im Gesundheitswesen.
00:20:20: Also ich sage mal, wir brauchen unsere qualifizierten Kräfte und wir brauchen unseren Ärztinnen in Weiterbildung.
00:20:28: Wir brauchen Fachärztinnen OberärztInnen.
00:20:31: Aber wir brauchen aber auch die Frauen in den Pflegeberufen, die wird zwingend in den entsprechenden Bereichen beschäftigten müssen, sonst hat das große gesellschaftspolitische betriebswirtschaftliche Folgen für jeden Arbeitgeber.
00:20:50: Ja, auch einfach weil der Frauenanteil im Gesundheits- und Sozialwesen ja relativ hoch ist.
00:20:54: Genau absolut!
00:20:56: Das mitstarke Geschlecht.
00:20:58: also.
00:20:58: gerade in den Pflegeberufen ist ja der Frauenanteil besonders hoch.
00:21:04: aber ich sage mal in den ärztlichen Berufen steigt hier auch die Anzahl der beschäftigten Frauen dort es ein ganz zentrales Thema.
00:21:13: und vor allen Dingen sagen wir wollen ja auch die Gesellschaft ankurbeln Wir brauchen den Nachbarn und es ist auch nicht mehr zeitgemäß Frauen letztendlich aus den Bereichen rauszunehmen, zumal das ja für die Frauen selbst verheerende Konsequenzen hat.
00:21:33: Wenn man bedenkt dass Frauen erst in einer letzten Weiterbildung ihre Weiterbildungszeit brauchen wenn sie ins Beschäftigungsverbot geschickt werden also in dem Falle ins betriebliche sehr die entsprechende Weiterbildungszeit am Ende dranhängen und das ist absolut nicht mehr zeitgemäß.
00:21:55: Wir
00:21:55: sprechen ja also hier von Männern und Frauen, gerade das Thema geschlechter sensibler Arbeitsmedizin – das war ein Teil dieses Blocks.
00:22:05: Was spielt
00:22:06: denn diese Geschlechtsspezifik?
00:22:09: für eine Rolle überhaupt, für die Arbeitsmedizin?
00:22:10: Also
00:22:11: ich sag mal zuerst wenn wir den Begriff hören geschlechtsspezifische Arbeitsmedizinen denken.
00:22:18: Die meisten erst einmal an das weibliche Geschlecht weil in einem Frauendominierten Gesundheitssektor Frauen beschäftigten, die irgendwann mal in die Menopause kommen oder in die Postmenopause was mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen Assoziiert sein kann.
00:22:41: Frauen arbeiten im Wechseltschichtdienst, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr vierundzwanzig sieben und wenn man sich diesen zahlreichen Symptomen oder den Symptomkomplex von bis zu über zweihundert diversen Symptome anschaut also nicht nur das vermehrte Schwitzen sondern auch die nächtlichen Tachikadin Also Herzstolpern Einhergehend mit Schlaflosigkeit bis hin zur depressiven Verstimmung, was natürliche Folge dessen ist.
00:23:13: Kann man sich ja vorstellen wenn diese dann unausgeschlafen?
00:23:18: Mit Schmerzen auch muskelskeletales Symptom das ja auch als Symptomen komplex definiert ist also Schmerz in den kleinen und großen Gelenken.
00:23:29: Dann in diesen Berufen sondern in den Pflegeberufen wo schwer gehoben und getragen wird ziehen und schieben von Lasten eine Rolle ist, dass diese letztendlich ihre Arbeitsleistung dann nicht mehr so bebringen können wie vor Beginn der Wechseljahre.
00:23:50: Ist verständlich und da denke ich haben wir ein Gap oder ein ganz deutliches To-do der Beratung des Arbeitgebers das der Arbeitgeber den Beschäftigten ein entsprechendes Angebot unterbringt kann und wir Betriebsärztinnen als die ExpertInnen, weil wir die Arbeitsplatzkenntnis besitzen.
00:24:14: Und ja den medizinischen Symptomkomplex kennen, die Beschäftigten dahingehend beraten können wie der Einsatz in den entsprechenden Berufen gesundheitsförderlich gestaltet werden kann.
00:24:30: auch hier muss ich sagen können wir es uns nicht mehr leisten, dort wegzuschauen.
00:24:36: Weil die katastrophale Folge wäre vermehrte krankheitsbedingte Feeltage.
00:24:42: Wir haben ja auch auf dem Kongress von unserer Präsidentin Frau Liebe gehört wie viele bezahlte und unbezahlte Überstunden geleistet werden nämlich von denjenigen, die das Gesundheitssystem aufrechterhalten müssen durch krankkeitsbedingten Ausfälle.
00:24:59: unter anderem von diesen Personengruppen, natürlich nicht nur aber auch.
00:25:05: Aber auch das andere Geschlecht darf an der Stelle nicht vernachlässigt werden weil ich sage mal Männer das ist auch hinreichend bekannt gehen seltener zum Arzt oder zur Ärztin.
00:25:20: also gerade dieses Angebot von Gesundheitscheckups oder Vorsorgeuntersuchungen werden von dieser Person Gruppe seltener wahrgenommen.
00:25:33: Hier haben wir auch eine wichtige und zentrale Rolle, weil wir reden hier von Menschen im Erwerbsleben.
00:25:40: wenn Menschen sich grundsätzlich gesund
00:25:43: fühlen
00:25:44: finden sie den Weg nicht in die hausärztliche Praxis zum Checkup.
00:25:48: Wir sind also die einzige ärztische Personengruppe diese Menschen im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge sehen.
00:25:56: deswegen haben wir hier einen ganz wichtigen gesellschaftlichen politischen Auftrag auch, also sowohl in der Beratung der Beschäftigten mit dem Ziel des Erhalts der Erwerbsfähigkeit, der Arbeitsfähigkeit aber auch mit Blick auf die Beratungen des Arbeitgebers dieses wichtige und zentrale Thema mitzunehmen als Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung.
00:26:24: Und das natürlich mit dem Fokus Maßnahmen abzuleiten, die der Arbeitgeber dann auch gut beraten ist umzusetzen.
00:26:32: Ja ich habe gerade noch mal ins Programm geschaut und da stand was von Wechseljahren beim Mann.
00:26:38: Haben Männerwechseljahre?
00:26:39: Tatsächlich ist dieser Symptom komplex bei Männern weniger stark bis gar nicht ausgeprägt.
00:26:46: Bei Frauen ist es ja so, dass die Symptome verursacht werden aufgrund des Oestrogen- und Progesteronemangels der ihr in den Wechseljahren auftritt.
00:26:57: Bei den Männern ist es so, das der Testosteronemangel nicht eintritt.
00:27:03: Das heißt also maximal bis hin zu zwei Prozent Und kann der Testosteronspiegel beim Männern abnehmen, aber in der Regel ist das bei Männern überhaupt nicht der Fall.
00:27:15: Das heißt die typischen Wechseljahre beim Mann gibt es so in der Form nicht.
00:27:21: Aber sie sind natürlich auch die Leidtragenden davon, weil ja die Frauen – wenn Sie in die Wechseljahre kommen und die Arbeitsfähigkeit oder die Belastbarkeit nicht mehr gegeben ist – das entsprechend auffangen müssen.
00:27:43: Ein Thema für den Mann.
00:27:44: Ja,
00:27:45: auf jeden Fall!
00:27:46: Das war also der eine Block und du hattest noch einen anderen Block.
00:27:49: Da ging es um sozialmedizinische Fragestellungen.
00:27:52: was kann ich mir denn darunter überhaupt vorstellen?
00:27:54: Naja, also da ist letztendlich der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
00:28:00: Wenn wir Themen komplexe Fragen gestellt und quer durch die Sozialgesetzgebung betrachten... Also da haben wir ja auf der einen Seite unseren Unfallversicherungs Träger das siebte Sozialgesetzbuch.
00:28:14: Das wurde dieses im diesem Kongress jetzt noch gar nicht thematisiert habe ich mir schon auf die Agenda für nächstes Jahr geschrieben.
00:28:21: aber wir haben das Thema des neunten Sozialgesetzbuches, nämlich betriebliches Eingliederungsmanagement thematisiert.
00:28:31: Eine von mir sehr geschätzte Kollegin die bei ihrem Arbeitgeber Corenta ein ich sage mal deutschlandweit glaube ich seltenes Modell fährt, ärztlicherseits das betriebliche Eingliederungsmanagement begleitet und dort auch letztendlich die Fallstricke geschippert, die in der Umsetzung in der betrieblichen Praxis damit assoziiert sind.
00:28:58: Aber was ich noch viel interessanter fand, der Titel hieß Das Präventionsverfahren Die kleine Schwester des BEM.
00:29:07: Fragezeichen weil den Paragrafen Hundertsechzig Absatz zwei des neunten Sozialgesetzbuches, das betriebliche Eingliederungsmanagement ist glaube ich allen Betriebsärztinnen hinreichend bekannt.
00:29:22: Aber das Präventionsverfahren der Absatz eins den der Arbeitgeber letztendlich auch bei Beschäftigten mit einem Grad der Behinderung ziehen kann wenn es um Einschränkungen der Leistungsfähigkeit gibt bevor Personenbedingte oder krankheitsbedingten Kündigungen ausgesprochen wird, ist der Arbeitgeber verpflichtet das sogenannte Präventionsverfahren einzuleiten.
00:29:52: Anders als beim betrieblichen Einbliederungsmanagement kann er das ohne Zustimmung der Beschäftigten machen – also das BEM-Verfahren für diese Person und die BEM berechtigte Person freiwillig.
00:30:03: Das Präventionsverfahren aber nicht!
00:30:06: Und ich glaube, dass dort auch viele Betriebe, weil sie eben das nicht kennen, denen auch also Chancen vertan werden.
00:30:15: Sie wissen ja auch, dass sie nicht einfach eine krankheitsbedingte Kündigung bei Menschen mit einem Grad der Behinderung von dreißig die gleichgestellt sind oder höher Grad der Behinderungen ab fünfzig aussprechen können ohne dass das Integrationsamt dazu befragt wird.
00:30:33: Da müssen also schon alle möglichen Maßnahmen auf.
00:30:36: geschöpft werden.
00:30:36: Und ich glaube, das war wichtig dass wir dieses Thema auf dem Kongress platziert haben weil es eben den meisten Menschen nicht bekannt ist.
00:30:47: aber dann haben wir erst zwei Sozialgesetzbücher an thematisiert nämlich SGB IX und SGB VII Aber SGB V haben wir noch gar nicht darüber gesprochen also gesetzliche Krankenversicherung und die ich sage mal der gesetzlische Auftrag der gesetzlichen Krankenversicherung mit Blick auf Prävention haben wir also in diesem Kongress noch gar nicht angeschnitten, geschweige denn
00:31:15: Berufskrankheitenverfahren
00:31:17: nach SGB sieben.
00:31:18: Was wir allerdings noch platzieren konnten ist das Thema Antragstellung für medizinische Leistung.
00:31:25: zur stationären RIA hatten wir zwei hochkarätige Referentinnen der deutschen Rentenversicherung bunt zu Gast
00:31:34: und Dr.
00:31:34: Blichmann haben wir tatsächlich schon gesprochen, aber ich muss jetzt doch mal nachhaken dieses Präventionsverfahren.
00:31:40: kannst du uns ein zum Schluss vielleicht noch ganz kurz erklären wie das funktioniert?
00:31:47: mehr ist es auch neu.
00:31:48: Wenn Menschen mit einer Schwerbehinderung oder gleichgestellte Menschen ihre Arbeitsleistungen, ich sag mal der Arbeitgeber spricht ja gerne von vertraglich geschuldeten Leistungen nicht mehr nachkommen kann, ist er Arbeitgebern aber verpflichtet zu prüfen ob im Sinne des Präventionsverfahrens durch zum Beispiel Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben Möglichkeiten geschaffen werden können, damit der Arbeitsplatz doch erhalten kann.
00:32:19: Und bei den Leistungen zur Teilhaber am Arbeitslebend gibt es ja die unterschiedlichsten Möglichkeiten.
00:32:27: Schauen wir mal was weiß ich in der Kita oder im Küchenbetrieb?
00:32:37: einer großen Klinik, wo mit großen Töpfen gehandhabt wird.
00:32:42: Und wenn eine Person zum Beispiel Erkrankung des Muskelkelettsystems hat im Pinchment-Syndrom oder sonstige Bewegungseinschränkungen das oberen Bewegungsapparat dann könnte man ja schauen ob man den technischen Beratungsdienst des Inklusionsamts einschaltet die dann raus kommen und zu schauen Materialien zur Verfügung stellen können.
00:33:07: Also den großen Nudelkocher, die Nudelnmaschine zum Beispiel, die heutzutage eigentlich noch gar keiner kennt obwohl es also wirklich wunderbare technische Möglichkeiten gibt.
00:33:19: und dann geht der nächste Weg wenn es Möglichkeiten zur Leistung, zur Teilhabe am Arbeitsleben gibt transferiert die technische Beratungsstelle des Inklusionsabends, das an die Fachstellen der Länder.
00:33:35: Und diese sind letztendlich die geldgebende Instanz und die gibt auch Fördergelder.
00:33:41: und schon haben wir einen Arbeitsplatz erhalten.
00:33:45: oder der Arbeitgeber muss auch prüfen ob vielleicht der Arbeitsplatz, den die Person gerade inne hat nicht geeignet ist.
00:33:53: Aber vielleicht ein Einsatzmöglichkeit an einem anderen Arbeitsplatz möglich wäre und dort sind die entsprechenden Beratungsstellen des Inklusionsamts entsprechend auch Ansprechpersonen.
00:34:09: Ich habe ja auch scherzeshaft gesagt dass es keine Drohung ist sondern eine Ankündigung das wir das Thema REA vorrennt nochmal platzieren werden.
00:34:19: Also wenn dort der Anspruch ist, dass wir Betriebsärztinnen, die ja eigentlich die ExpertInnen sind, ihre Anträge stellen weil sie auch die Arbeitsplatzkenntnis besitzen und weil sie die Funktionseinschränkungen der Beschäftigten kennen mit dem Ziel des Erhalts der Werbsfähigkeit, wenn die Erwerbsfähigkeit erheblich bedroht ist von uns fordern das wir ja, ich sag mal verständliche Rehanträge stellen.
00:34:51: Dann habe ich aber auch die Erwartungshaltung das wenn wir RehANTräge stellen dass wir dann aber am Ende in der sozialmedizinischen Epikrise des Reherberichts ein sozial medizinisches Leistungsbild bekommen aus denen Einsatzmöglichkeiten der Beschäftigten eindeutig hervorgeht.
00:35:14: Das heißt, wir müssen Betriebsärztinnen und RehabilitationsärztInnen der deutschen Rentenversicherung Miteinander ins Gespräch kommen, die müssen miteinander kommunizieren.
00:35:27: Das darf keine einseitige Schiene sein sondern das muss auf jeden Fall beide Funktionsträger innen berücksichtigen.
00:35:39: Das war ja meine Ankündigung dass wir das auf dem nächsten Kongress vielleicht auch zum Thema machen.
00:35:45: Ja sehr gut an der Stelle kann ich ihr auf unsere Folge einundzwanzig verweisen.
00:35:49: Rehabilitation zurück mit neuer Kraft schon mit Dr.
00:35:53: Markus Jaster und Dr.
00:35:54: Beate Blichmann von der Deutschen Rentenversicherung Bund gesprochen haben.
00:35:59: Ja, Tanja dann bedanke ich mich wieder für deine Zeit und natürlich für deinen Einsatz für den Kongress.
00:36:05: Ich freue mich schon ganz besonders auf nächstes Jahr in Hamburg!
00:36:08: immer wieder gerne.
00:36:10: Ich freue mich auch schon auf den nächsten Kongress, weil nach dem Kongress ist vor dem Konkress und du hast ja gerade auch schon gehört wie viele Ideen und Inspirationen sich schon aus einem oder aus diesem Kongress ergeben haben.
00:36:26: Und ich denke wir haben ja auch sehr positives Feedback bekommen von unseren Betriebsärztinnen.
00:36:37: Ja, auch im nächsten Jahr erneut steigern werden mit dem vielfältigen Angebot.
00:36:43: Super!
00:36:43: Ich freue mich spätestens bis dahin.
00:36:45: Bis
00:36:45: dahin ich freue mich ebenso.
00:36:47: Herzlichen Dank für die
00:36:48: Einladung.
00:36:57: Ist das Arbeitsmedizin?
00:37:06: Arbeitsmedizin lebt aber nicht nur von erfahrenen Expertinnen und Experten sondern natürlich auch vom Nachwuchs.
00:37:14: Deshalb habe ich mit Samira Schwendrad gesprochen.
00:37:17: Sie war zum ersten Mal bei Health and Care Professions befindet sich gerade im praktischen Jahr ihres Medizinstudiums und berichtet, warum sie sich gerade für die Arbeitsmedizin so begeistert.
00:37:40: Genau, das Pj bedeutet praktisches
00:37:41: Jahr.
00:37:42: Das ist das letzte Jahr im Medizinstudium wo man halt keine Vorlesung mehr besucht sondern in drei terzialen A- vier Monaten an die praktische Arbeit in der Klinik
00:37:51: herangeführt wird.
00:37:52: Und wie sieht da dein Alltag aus?
00:37:53: Wie kann ich mir das so ganz grob vorstellen?
00:37:55: Ich arbeite in der Regel von Montags bis Freitag bin dann auf Station.
00:38:00: Jetzt gerade bin ich zum Beispiel in einer Chirurgie.
00:38:01: Da sind meine Aufgaben dann morgens einmal an der Frühbesprechung teilzunehmen Blutentnahmen machen Wir besuchen die Visite gucken, wie es den Patienten geht und sind dann über den Tag verteilt im OP eingeteilt.
00:38:14: Genau!
00:38:15: Und nach der Spätbesprechung am Nachmittag habe ich dann enderige frei.
00:38:19: Ja, okay.
00:38:19: Und jetzt bist du ja hier beim Kongress Health in Care Professions.
00:38:23: Das ist ja ein spezielles Thema!
00:38:24: Wie bist Du überhaupt hergekommen?
00:38:25: Also auf die Idee gekommen mich für die Förderung und das Dependium zu bewerben bin ich über meine Doktormutter.
00:38:32: Ich schreibe meine Doktorarbeit in der Arbeitsmedizin und genau bin darüber hierher gekommen weil ich dann glücklicherweise auch angenommen wurde.
00:38:40: Aha
00:38:40: ok also du schreibst deine Doktor Arbeit in der Arbeitsmedizin.
00:38:44: Wie so Arbeitsmedizin?
00:38:46: Ursprünglich hat man das in der Uni nur ganz kurz behandelt als Vorlesung und da konnte ich mit dem Begriff nicht wirklich was anfangen.
00:38:52: Ich fand es aber ganz spannend, habe mich dann entschieden eine Formulatur zu machen.
00:38:57: Das sind vier Wochen Praktikum wo ich an einem arbeitsmedizinischen Zentrum war.
00:39:02: Und das hat mir im Prinzip dann so gut gefallen!
00:39:05: dass ich mich auch entschieden habe, in dem Thema promovieren zu wollen.
00:39:08: Also das ist ja keine Selbstverständlichkeit, dass man sich als Mediziner gleich von Anfang an für die Arbeitsmedizin interessiert?
00:39:14: Was gefällt dir denn an der Arbeitsmedikin und was findest du daran gut?
00:39:18: Ja also einerseits finde ich das super wie vielfältig die Arbeits medizin an sich ist
00:39:24: Sieht
00:39:25: super viele Menschen, die halt mit einem Arbeitsleben stehen aus super unterschiedlichen Branchen.
00:39:30: Die natürlich dann auch alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben oder halt ja unterschiedliche Belastungen auch mitbringen.
00:39:37: dahingehend ist das total vielfältig und individuell auf die Leute einzugehen.
00:39:42: Der zweite Punkt ist dass man superpräventiv tätig sein kann, egal ob es jetzt irgendwie um Impfung geht oder um die Vermeidung von Herzkreislauferkrankungen das da in dem Umfeld was entsteht.
00:39:55: Genau.
00:39:55: und der dritte Punkt wie man die Arbeitgeber im Prinzip darauf insensibilisieren kann dass sie auch ein schönes oder ja ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld für ihre Arbeitnehmer schaffen und in dem Sinne präventive tätig seien.
00:40:10: weil wenn wir gerade auf den demografischen Wandel gucken Wer weiß, ob das wenn ein Eintrittsalter dann erhöht wird.
00:40:16: Es ist ja auch super wichtig die Leute möglichst lange gesund bei der Stange zu halten weil wir alle auch gesund arbeiten wollen und gesund leben
00:40:24: wollen.
00:40:25: Okay jetzt sind wir am letzten Tag des Kongresses.
00:40:28: ich glaube ihr hast bestimmt den einen oder anderen Vortrag dir angehört.
00:40:32: was sind denn so Themen die dich hier besonders interessiert haben jetzt die letzten zwei drei Tage?
00:40:37: Wenn ich da jetzt darüber nachdenke dann war es auf jeden Fall am ersten am zweiten Tag das Thema Mutterschutz.
00:40:44: Das ist ja so gar nicht irgendwie in der Arbeitsmedizin verankert, sondern mehr im Mutterschutzgesetz.
00:40:49: aber ich finde es total wichtig dass man auch schwangere oder stillen Frauen irgendwie im Arbeitsleben berücksichtigt weil gerade die auch einen total wichtigen Wirtschaftsfaktor spielen und auch immer mehr dann in Vollzeit gerne wieder arbeiten möchten soweit das Kind auf der Welt ist und da finde ich das super wichtig die auch wieder gescheit zurück ins Arbeitsleben zu holen und
00:41:13: da
00:41:13: individuell auf die Schwangere bzw.
00:41:16: stillende oder Mutter eingehen zu können.
00:41:18: Noch andere Themen?
00:41:19: Genau, jetzt heute ist das Thema psychische Belastung oder Gewalt gegenüber Leuten, die in sozialen und Pflegeberufen arbeiten
00:41:27: –
00:41:28: eigentlich den ganzen Tag über!
00:41:31: Ich habe mir jetzt die ersten beiden Vorträge angehört, da ging es dann auch schon um psychosoziale Belastungen in Schulen bezüglich insbesondere Schulleitungen und auch Gewalterfahrung und Peersupport den man dann in
00:41:44: Kliniken
00:41:44: bekommt.
00:41:45: Ja und das interessiert mich auch total finde ich super spannend und hab da selber noch nicht so viel von gehört!
00:41:50: Okay vielen Dank, da habe ich noch eine letzte Frage sehen wir uns nächstes Jahr in Hamburg wieder?
00:41:54: Ja, da bin ich auch total gespannt.
00:41:55: Da wird ja auch schon fleißig Werbung gemacht
00:41:57: hier
00:41:58: in dem Privier.
00:41:59: Würde ich auf jeden Fall super gerne mitnehmen wenn ich dann auch hoffentlich mit dem Studium fertig bin und eventuell dann sogar eine Weiterbildung.
00:42:06: Da werde ich auf jedem Fall vorbeischauen und bin schon sehr gespannt!
00:42:09: Super vielen Dank Samira!
00:42:10: Vielen Dank alles Gute und viel Spaß noch
00:42:12: Tschüss.
00:42:13: Ein weiteres Highlight dieses Jahr war der Vortrag von Daniel Lautenschlag.
00:42:17: Gewalt gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen ist längst kein Randthema mehr.
00:42:21: Wie man Beschäftigte besser auf solche Situationen vorbereiten kann und warum klassische Deeskalation allein häufig nicht ausreicht, darüber habe ich mit dem Konfliktcoach gesprochen.
00:42:33: Ich sitze jetzt hier mit Daniel Lautenschlag.
00:42:37: Daniel Lautenschlag er ist Geschäftsführer und Gründer von Wortgefecht und Konfliktoach.
00:42:42: Hallo Daniel!
00:42:45: Was macht ein Conflikt-Coach?
00:42:47: Konflikte coachen.
00:42:49: Nein, also was wir machen der Unterschied zum Derskationstrainer ist dass nicht Schwerpunkt auf das Verbale de-eskalieren setzen, was man so kennt bei der Escalationsrennern.
00:42:58: Sondern tatsächlich auf den körperlichen Teilen.
00:43:00: Das heißt wir bringen den Teilnehmenden bei aus welcher Branche auch immer wie sie sich in diesen Momenten so physische Angriffe nicht nur erwehren können sondern immer dem Arbeitsumfeld und Einsatzregeln entsprechend adäquat verhalten können bewegen können schützen können verbringen können fixieren können je nachdem wo wir sind.
00:43:19: Okay also da wäre jetzt schon direkt drin im Thema Thema Gewalt, hier jetzt im Rahmen des HICP Health and Care Professions.
00:43:28: Vielleicht die Frage haben wir ein Problem mit Gewalt in Gesundheits- und Sozialwesen?
00:43:33: Ihr habt so ziemlich das größte, ja.
00:43:35: Also im Sozialwesen sowieso.
00:43:39: Man muss sagen es ist eine gesellschaftliche Entwicklung.
00:43:41: also wir haben nicht nur diese Branche Wir sind bekannt für die medizinische Bronze.
00:43:45: mittlerweile Macht auch ehrlicherweise glaube ich von mal neunzehnt Prozent meiner Kunden aus.
00:43:49: Mittlerweile da ist auch unsere Kerne Expertise.
00:43:51: Aber ursprünglich hat man natürlich andere Branchen So Sicherheitsbranchen etc.
00:43:56: Zusehen.
00:43:56: ist die Entwicklung überall Auch im öffentlichen Leben Schlagwort oder Stichwort öffentliche Verkehrsmittel, etc.
00:44:04: Das kennt glaube ich jeder.
00:44:05: Im medizinischem Kontext also sprich im Gesundheitswesen insbesondere Klinik-Kontext habt ihr ein massives Problem und das ist auch kein rein deutsches Phänomen sondern die WHO spricht von einem globalen Problem Und es gibt Länder, die noch härter betroffen sind als wir deutlich härter.
00:44:24: In Italien zum Beispiel wird diskutiert ob das Militär stationiert wird teilweise an Krankenhäusern umzuschützen.
00:44:32: also das ist kein reines deutsches Phänomen aber wir kriegen es halt auch besonders dicker ab.
00:44:38: Okay also stelle ich mir schon herausfordernd vor und von dem was ich jetzt gehört habe ist euer Deeskalationstraining vielleicht ein bisschen anders als man es sonst kennt.
00:44:48: Vielleicht kannst du dazu noch etwas sagen?
00:44:50: Ja, also deeskalationstraining schlechthin, glaube ich verbindet jeder mit werbarer Deescalationen.
00:44:56: Also Schultz-Vontoon, Wasserwerk, Eskalationsstücke nach Glase
00:44:59: etc.,
00:45:00: und das hat auch alles eine Berechtigung aber ich glaube wir haben noch nie so viel gut ausgebildete muss man dazusagen.
00:45:05: Deeskalationstrainer in Deutschland gab im Momentan Und trotzdem haben wir signifikant steigende Übergriffszahlen von Jahr zu Jahr.
00:45:13: Das heißt, die Korrelation ist nicht so hundertprozentig gegeben.
00:45:16: Und offensichtlich ist es so dass die verbale Diaskation häufig an ihre Grenzen stößt.
00:45:21: Ist auch nachvollziehbar wenn man versteht das das nur ein Angebot ist was ich an den Eingreifern stelle.
00:45:27: Wenn er das nicht annimmt nimmt das nicht an.
00:45:28: der entscheidet im Endeffekt darüber ob er körperlich wird oder nicht.
00:45:32: und Die Idee oder der Gedanke dass man irgendwie Einfluss darauf hat auf jemand anderen Der ist nicht richtig und das weiß man auch von sich selber.
00:45:39: Beispiel aufhören zu rauchen eine Diät machen Da können einem tausend Leute was sagen, solange das nicht intrinsisch kommt passiert da nix.
00:45:45: Und genau so ist es bei der DSGation.
00:45:47: und wenn diese Fälle dann also aus dem Ruder laufen und das tun sie zunehmend, dann muss es einen Plan B geben.
00:45:52: und dieser Plan B heißt immer nur Hilfe holen, Polizei holen sich erziehungsweise und das ist auch alles in Ordnung.
00:45:57: Dauert aber!
00:45:58: So und diese Zeit muss man irgendwie überbrücken und in dieser Zeit muss Man irgendwie sich soweit schützen können zumindest dass man zeitgewinntes hilferechtzeitig kommen kann.
00:46:09: Und der Gedanke ist immer nicht zu Ende formuliert und da setzen wir an.
00:46:13: Hast du vielleicht ein, zwei konkrete Beispiele für das was ihr dann macht in so einer Situation?
00:46:19: Ja ganz viel also Hunderte aus dem täglichen Gebrauch.
00:46:22: Das wird wirklich viel eingesetzt und es gibt auch Evaluation mittlerweile über meine Arbeit oder unsere Arbeit Die auch ganz klar da zeigt, also es sind nicht meine Evaluationen sondern von zum Beispiel der K-Kliniken in Berlin.
00:46:34: Da sind wir jetzt im dritten Jahr.
00:46:36: jedes Jahr wird eine Evaluation erhoben in anderen Branchen und in anderen Unternehmen auch und ich rate auch dazu das zu tun weil man diese Zahlen braucht um zu sehen was für ein Effekt hat das denn tatsächlich auf die Mitarbeitenden?
00:46:45: Und der ist enorm!
00:46:48: Wir sprechen von Angriffen auf Ärzte oder medizinisches Personal.
00:46:52: Wir sprachen von Versuchten und tatsächlichen Erfolgen, Vergewaltigungen auf dem Betriebsgelände.
00:46:59: Wir sprechen vor Werbarer und psychischer Gewalt sowieso aber wir kümmern uns halt explizit um die Physische und da sind wir zum Beispiel auch ganz aktiv in Kinder-und-Jubender Kutsuche ertrehen, Rettungsstellen, ETS etc.
00:47:11: Und da sind die Angriffe von Bess.
00:47:13: Von übergrifflich werden, sexuell übergriff ich z.B.
00:47:16: auch mittlerweile Ja, Daily Business eigentlich bis hin zu wirklich schweren Angriffen.
00:47:22: Und dann lernen die Teilnehmerinnen wie sie in dem Moment sich tatsächlich schützen können häufig auf der Rettungsstelle den auch soweit fixieren können dass sie ihn auf ein Fixier-Bett verbringen können oder zum Beispiel in KJPS Die Jugendlichen die dann in dem moment psychisch skalieren und physisch in sogenannte Timeouträume zu verbringen.
00:47:41: Sobald das muss man natürlich alles erst mal hinkriegen weil liegt in der Natur der Sache das andere das natürlich nicht möchte.
00:47:46: Ja, vielen Dank für deinen kurzen Einblick in dieses nicht ganz einfache Thema.
00:47:50: Vielen Dank Daniel Lautenschlag.
00:47:52: Sehr gerne.
00:47:53: Abschließend habe ich noch mit Dr.
00:47:55: Johanna Strandsinger gesprochen.
00:47:57: Ein wichtiger Partner des Kongresses ist seit vielen Jahren die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – kurz BGW.
00:48:05: Und mit Frau Dr.
00:48:06: Strandsänger habe ich darüber gesprochen welche Themen die BGw derzeit besonders beschäftigen und worauf wir uns jetzt schon beim nächsten Kongress freuen können!
00:48:15: Jetzt sitze ich hier mit Dr.
00:48:17: Johanna Strandsinger, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Referenten für Arbeits- medizin bei der BGW dort in der Hauptverwaltung in Hamburg.
00:48:25: Hallo Johanna!
00:48:26: Hallo Lukas, schön dass du für mich Zeit hast.
00:48:30: Schön das du für uns, unsere Hörerinnen Und schön dass die BG W wieder dabei ist.
00:48:35: Die BG w ist eine wichtige Partnerin für uns Für den VdB weh und für den Kongress Health In Care Professions.
00:48:42: Kannst Du uns ein bisschen was über die bgwe erzählen?
00:48:45: Die BGW ist die gesetzliche gewerbliche Unfallversicherung für alle privaten Betriebe im Bereich Gesundheitsdienst- und Wohlfahrtspflege.
00:48:54: Die staatlichen Betrieben oder städtischen sind bei den Unfallkassen versichert, sprich die Mitarbeiterinnen in diesen Bereichen.
00:49:03: Und die gesätzliche Unfallsversicherung ist sowas wie eine Zwangsversicherung und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrts Pflege kümmert sich eben besonders um die Bragengesundheit Soziales, Kindergärten.
00:49:19: bis zu Tierärzten, Friseuren.
00:49:21: Friseure waren ja früher auch Gesundheitsberufe und deshalb können die traditionell auch dazu gegründet wurde über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst- und Wohlfahrtspflege ungefähr vor hundert Jahren.
00:49:33: Das heißt als Letzte der Berufs genossenschaften und die Berufskrankheit infektionsgefahren wurde auch als Letztes auf die Liste damals mit aufgenommen.
00:49:44: also begonnen hat man mit Gefahrstoffen Und dann, in den letzten achtundzwanzig ist die Berufskrankheit für Infektionsgefährdungen eben auch dazugekommen.
00:49:56: Das heißt auch, dass für uns über das letzte Jahrhundert – also für die BGW über das Letzte Jahrhunder – die Infektionskrankheiten immer ein wesentliches Thema waren und deshalb wurde dieses Thema ja auch mit aufgenommen worden als eigenen Block über Infektionsschutz und Infektion gefahren.
00:50:16: Die Schwerpunkte sind natürlich nach der Pandemie die Integration der Pandemie-Erfahrung, dazu hatten wir Vorträge auch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz Unsere werte Kollegin Frau Keife Pechmann aus Regensburg gekommen, die eben über die Neuigkeiten in der ständigen Impfkommission des Robert-Kochs-Instituts auch referiert hat.
00:50:47: Eine Referentin aus dem RKI hat zum Beispiel dann auch über Impfmüdigkeit oder Möglichkeiten, die Motivation zu stärken und Menschen an Impfungen zu erinnern was hier vor allem im Bereich Gesundheitsdienst auch die Influencerimpfung jedes Jahr betrifft Und es war ein sehr wertvoller Beitrag auch.
00:51:06: Es gibt auch neue Themen, wie zum Beispiel den Blick auf das Kuhfieber.
00:51:12: Das ist eine Infektion, die eher über Großtieren vorkommt bei Säugetieren und deshalb für Tierärzte und Tierarztinnen auch Interessantes.
00:51:22: Auch im Hinblick auf Mutterschutz, weil diese Kuh-Fieber-Erreger, die Koksella Buonettii eine Entzündung der Plazente machen, also das Mutterkochens machen können und deshalb Störungen, Entwicklungsstörungen beim Kind auch hervorrufen können.
00:51:38: Also es ist ein breiter Themenstrauß und wir haben sicherlich auch dieses Jahr das Thema Infektionsschutz nicht abschließend behandeln können.
00:51:49: Das wird wahrscheinlich nächstes Jahr in Hamburg bei dem HACP, im Jahr twenty-sevenundzwanzig in der Hafen City an der Elbbrücken Im neuen PriVIR, das ist das Präventionszentrum der BGW gemeinsam mit dem größeren Partner VBG Verwaltungsberufsgenossenschaft
00:52:09: auch
00:52:09: wieder ein Thema sein und darauf freuen wir uns sehr alle da einladen zu dürfen.
00:52:14: Das PriVir ist ein Seminar... also mit Seminarhotel und auch Räumlichkeiten für Vorträge, für Konferenzen und für Seminare.
00:52:29: Aber es gibt auch Ausstellungswelten die wichtigsten Präventionsgebiete abdecken eben auch von Infektionsschutz bis zum Umgang mit der digitalisierten Welt ist dort ganz vieles enthalten und fordert eben auch beim Mitmachstationen auf, sich da aktiv und interaktiver einzubringen.
00:52:52: Ich freue mich auf nächstes Jahr!
00:52:54: Ich freue ich auch auf nächstem Jahr.
00:52:55: Zweiter bis vierter Juni ist das in Hamburg?
00:52:58: Genau.
00:52:58: Ich muss ja sagen, ich bin noch ganz beeindruckt von der Veranstaltung dieses Jahres.
00:53:03: Was waren denn für dich vielleicht so die Highlights?
00:53:05: Die Reformen natürlich im Gesundheitswesen, die werfen ihre Schatten voraus.
00:53:10: Aber sehr beeindruckt hat mich auch der Keynote Speaker oder Soziologe Herr
00:53:16: Schulz,
00:53:17: der sich ganz intensiv mit der demografischen Entwicklung und den Konsequenzen auseinandergesetzt hat eindrücklich referiert hat, wie sich das auf das Personal im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege eben auswirkt.
00:53:33: Wie dort auch die Altersverteilung ist und worauf man sich so einstellen muss.
00:53:37: Und der demografische Faktor ist etwas womit wir uns nicht genug auseinandersetzen können.
00:53:44: Es ist natürlich so dass die Politik sich schon Gedanken macht aber manchmal auch von falschen Voraussetzungen ausgeht Schlüsse zieht, die sich dann zehn Jahre später doch nicht so als günstig herausstellen.
00:53:59: Also einfach einen Einstellungsstopps in bestimmten Bereichen und trotzdem wieder Mangel in bestimmte Professionen wenn man zum Beispiel auch an Lehrkräfte in Schulen denkt also nicht nur das Kerngebiet des Gesundheitsdienstes sondern eben auch im Erziehungsbereich Kindergärten usw.
00:54:15: Von daher müssen wir uns mit Betrieben ins Gespräch kommen wollen über Personalerstattung, auch mit demografischen Faktoren immer wieder auseinandersetzen.
00:54:27: Und das ist natürlich auch für die Verbandspolitik ein wichtiges Thema.
00:54:31: Ja vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke!
00:54:33: Danke dir!
00:54:34: Dann
00:54:34: sehen wir uns nächstes Jahr in Hamburg.
00:55:02: So hallo Susanne Mensch Das waren ja viele spannende Beiträge.
00:55:06: jetzt zu Health and Care Professions.
00:55:07: Hi
00:55:08: Hallo Lukas, ja das stimmt.
00:55:11: Aber eine Frage hätte ich noch mal an dich gegebenen Anlass bzw.
00:55:15: gibt es immer mal wieder Diskussionen darum, deswegen musste ich jetzt mal ganz wirklich direkt fragen kann es sein des Betriebsärztinnen und Betriebensärzten Datenschutzproblem darstellen?
00:55:27: Also ich kenne diese diese Debatten
00:55:31: auch.
00:55:31: ja Es ist auch immer wieder Mal im Gespräch mit Privatpersonen Im Umfeld oder so immer wieder einmal ein Thema das darauf abgestellt wird dass Betriebsärztinnen und Betriebesärzte ja durch ihre Nähe zum Arbeitgeber als quasi Fachärzten der Arbeitgebers angesehen werden.
00:55:55: Und das damit unterstellt wird, dass die Daten, die gesundheitsbezogenen Daten von Beschäftigten deshalb nicht sicher wären.
00:56:05: Ja?
00:56:05: Und dem muss man natürlich ganz entschieden entgegentreten.
00:56:11: Ja, vielleicht räumen wir einfach auch nochmal mit diesen Vorurteilen auf in dieser Runde.
00:56:20: Was hältst du davon?
00:56:22: Soll ich ein bisschen ausführen?
00:56:24: Warum das nicht sein
00:56:25: kann?
00:56:26: Ja, noch mal ganz kurz was sind denn so?
00:56:29: vielleicht ein zwei Beispiele wo das angebracht wird und warum das eben genau wie Du sagst definitiv nicht der Fall ist?
00:56:38: ja Auf der einen Seite haben natürlich Betriebsärztinnen und Betriebärzte, die näher zu den Beschäftigten.
00:56:46: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Beratung bei bestimmten Problemen zum Beispiel bei Hautproblemen aber eben auch bei psychischen Problemen beraten.
00:56:55: Betriebesärzte und Betriebshärzte und auch im Rahmen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements also immer dann wenn bestimmte leistungsbezogene, gesundheitsbezogene Sachverhalte eine Rolle spielen beraten Betriebsärztinnen und Betriebensärzte individuell.
00:57:17: Das bedeutet aber nicht dass Informationen aus diesen Gesprächen, aus diesem Beratungsgesprächen direkt an den Arbeitgeber gehen.
00:57:28: also es werden definitiv keine gesundheitsbezogenen Daten an Arbeitgebende oder hier dann in dieser konkreten Situation, das BEM-Team oder Personalverantwortliche weitergegeben.
00:57:46: Was die Rolle der Betriebsärztinnen und Betriebesärzte ist?
00:57:50: Im Rahmen eines solchen betrieblichen Eingliederungsmanagements ist die Beratung zur Gestaltung Beschäftigte leistungsbezogen, leistunggerecht wie wir das sagen eingesetzt werden können.
00:58:05: Also es ist wenn man so will eine abstrahierte Beratung die man Arbeitsplatz bezogen abgibt aber nicht Unternennung
00:58:15: von
00:58:16: Gesundheitsdaten.
00:58:18: Das ist ganz klar geregelt Nicht nur in diesem Fall sondern generell.
00:58:23: das gilt auch für die arbeitsmedizinische Vorsorge der individuellen Kontakte
00:58:30: zwischen
00:58:30: Beschäftigten und den Betriebsärzten.
00:58:35: Diese Rolle ist klar definiert, jeder weiß jetzt inzwischen in unserem Podcast hört dass wir sozusagen nach dem Arbeitsschutz, nach der Arbeitsschuz-Gesetzgebung, der arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung und weiteren gesetzlichen Grundlagen handeln oder das es nicht das einzige Gerüst nach dem Betriebsärztinnen und Ärzte handeln, denn sie liegen als Ärzter der ärztlichen Schweigepflicht.
00:59:07: dieses
00:59:07: Berufsethos wird ja geregelt beispielsweise über die Berufsordnung oder Berufeordnung.
00:59:14: Und es gibt noch andere Gesetze, die ganz klar benennen wie mit Gesundheitsdaten umzugehen ist und die Ärztinnen und Ärzte zur Schweige zum Schweigen verpflichten.
00:59:31: Dieser ganze Sachverhalt und das ist jetzt nochmal so ein ganz wichtiger Punkt der auch strafrechtlich Das heißt, der Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht und der Verstoß gegen den Umgang mit beschäftigten Daten.
00:59:48: Insbesondere mit den Gesundheitsdaten der Beschäftigten ist strafrechtlich bewährt gilt sozusagen als Straftat.
00:59:57: Wer behauptet Betriebsärztinnen und Betriebesärzte geben Gesundheitsdate an den Arbeitgeber weiter unterstellt ihnen sozusagen eine Straftat.
01:00:10: Vielleicht nochmal zum Abschluss, in welcher Form geben den Betriebsärztinnen und Betriebesärzte Informationen über die Gesundheit der Belegschaft weiter?
01:00:18: Also weil das tun sie ja doch oder?
01:00:20: Ja auch das ist genau geregelt also keine individuellen oder keine individual bezogenen Daten.
01:00:29: Das ist so viel erst schon mal klar.
01:00:30: wir müssen hier noch einmal unterscheiden zwischen diesem Auftrag zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.
01:00:38: Da ist gesetzlich geregelt, dass eine Bescheinigung über die Teilnahme an der gesetzlichen vorgesehenen Pflichtvorsorge an den Arbeitgeber geht.
01:00:49: Das steht lediglich drauf, das Beschäftigte teilgenommen haben was der Anlass für die arbeits medizinische Vorsorge war und wann eine nächste arbeits Medizinische Pflicht vorsorgen angezeigt.
01:01:04: Das sind die einzigen Informationen.
01:01:06: Und dann haben wir ja nochmal diese Situation, von der du auch gesprochen hast wenn es also darum geht sich mit einer individuellen Leistungsveränderung aufgrund einer veränderten gesundheitlichen Situation zusammenzusetzen.
01:01:21: Also hier können nie Gesundheitsdaten im Klartext weitergegeben werden Diagnosen oder sonst irgendwas.
01:01:31: und der letzte Punkt ist noch weil das Deine eigentliche Frage war, Betriebsärzte haben ja einen Versorgungs- und Präventionsauftrag und beraten Arbeitgebende bei der Gestaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb.
01:01:49: Und hier ist vorgesehen, dass also Erkenntnisse aus betriebserztlicher Betreuung und Versorgung in einem Jahresbericht zusammengestellt werden und entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden, und dem Arbeitgeber der Arbeitgebarin vorgeschlagen werden.
01:02:09: Das ist also wenn du willst zu ein bisschen wissenschaftlicher Arbeit.
01:02:13: Da wird dann alles was man an Erkenntnissen gesammelt hat aufgearbeitet und dann den Betrieb gegeben zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
01:02:24: Zu seine ganz vielen lieben Dank für diese wichtige Zusammenfassung.
01:02:27: ich glaube es ist gut dass wir das nochmal explizit so ausgeführt haben.
01:02:31: Aber wer sich noch ein bisschen intensiver mit Mythen, Missverständnissen und Fake News über die Arbeitsmedizin auseinandersetzen möchte kann gerne die Folge Vierzehn unseres Podcasts hören.
01:02:43: Vielleicht
01:02:43: sagen wir auch immer nochmal dazu dass man sich auch direkt an uns wenden kann wenn man Fragen
01:02:47: hat.
01:02:48: Per Mehl an Arbeit trifft Gesundheit.
01:02:50: alles zusammengeschrieben at vdbeweh.de.
01:02:55: Danke!
01:02:55: Tschüss!
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